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Grevenbroich
Bürgerbus soll Norden besser anbinden

Grevenbroich: Bürgerbus soll Norden besser anbinden
In vielen Orten in Nordrhein-Westfalen, wie hier in Alpen, fährt er schon. Der von Ehrenamtlern gesteuerte Bürgerbus wird auch für die Stadt Grevenbroich diskutiert. FOTO: A. Fischer
Grevenbroich. Über schlechte Busverbindungen etwa nach Grevenbroich klagen Fahrgäste in Neukirchen und Hülchrath. Die Stadt will im Frühjahr den Bedarf für einen Bürgerbus abfragen. Für das Zusatzangebot müsste ein Verein gegründet werden. Von Carsten Sommerfeld

Für Grevenbroich wäre er eine Premiere: Ein Kleinbus für bis zu acht Fahrgäste, der von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird und der Lücken im Busliniennetz schließen soll. Der Bürgerbus könnte das ÖPNV-Angebot in mehreren nördlichen Stadtteilen ergänzen, die Stadt will dafür jetzt bei den Bürgern den konkreten Bedarf ausloten. Im Rathaus wird eine "Bedarfsabfrage" vorbereitet, die im Frühjahr über die Vereine in den Orten verbreitet werden soll. Danach soll es ein weiteres Treffen geben. Klar ist: Ohne erhebliches Engagement aus der Bürgerschaft ist ein solches Projekt nicht zu stemmen.

Das wurde bei einem Treffen zum Thema "Mehr Mobilität für unsere Ortsteile" deutlich, zu dem Bürgermeister Klaus Krützen die Vertreter von Vereinen aus Neukirchen, Hülchrath, Münchrath, Mühlrath und Langwaden in die Gaststätte Stenbrock in Neukirchen eingeladen hatte. Rund 30 Interessierte kamen. Dabei wurden das in Grevenbroich bereits praktizierte Car-Sharing-Modell und die "Mitfahrbank" vorgestellt, die erste im Stadtgebiet wurde in Gubisrath montiert. Wer dort Platz nimmt, signalisiert, dass er mitgenommen werden will. Zudem wurde das Bürgerbus-Modell vorgestellt, das Thema sei "auf großes Interesse" gestoßen", sagt Stadtsprecher Robert Jordan.

Bedarf für zusätzlichen ÖPNV wird etwa in Hülchrath und Neukirchen gesehen. "Außerhalb der Fahrzeiten der Schulbusse kommt man in Hülchrath nur schlecht weg, das gilt beispielsweise für ältere Menschen, die nach Grevenbroich zum Arzt möchten", sagt Albert Strohmann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Er kann sich eine Bürgerbuslinie vorstellen, die die Orte im Norden etwa mit dem Bahnhof in Kapellen, mit Wevelinghoven und Grevenbroich verbinden. Verbesserungsbedarf besteht auch in Neukirchen. "Nach Neuss ist das Busangebot gut, nach Grevenbroich muss man in Wevelinghoven umsteigen, und oft geht das nur mit Schrammen", sagt Bernhard Padberg, Präsident des Bürgerschützenvereins Neukirchen. Fahrgäste berichteten, dass der Bus nicht selten schon weg sei oder sie lange warten müssten. Neben einer Anbindung an die Innenstadt sei auch eine Verbindung zur S-Bahn-Station in Neuss-Allerheiligen ein Wunsch. Wie Padberg berichtet, soll das Thema Bürgerbus im Ort unter Federführung des Dorfvereins "Unser Neukirchen" mit Vereinsvertretern weiter erörtert werden. Padberg weiß aber auch: Ein Bürgerbus "lässt sich nicht von heute auf morgen verwirklichen". So sei zu beachten, dass der Bus nicht anderen Linien Fahrgäste wegnimmt.

Das ist nicht die einzige Hürde. So muss ein Bürgerbus-Verein gegründet werden, müssen rund 20 ehrenamtliche Fahrer gefunden werden, die sich die Fahrten aufteilen (Busführerschein ist nicht nötig). Die Stadt ist bereit, Initiativen für einen Bürgerbus zu unterstützen, eine ausschließliche Finanzierung durch sie sei "leider nicht möglich". Wie der Verein "Pro Bürgerbus NRW" informiert, bezuschusst das Land den Kauf eines behindertengerecht ausgebauten Kleinbusses mit 50.000 Euro. Die Anschaffung wäre nach Auskunft der Stadt über den Busverkehr Rheinland denkbar. Für die Betriebskosten können Sponsoren gewonnen und Werbeflächen am Bus vermietet werden.

Quelle: NGZ
 
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