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Grevenbroich
Bürgerinitiative wehrt sich gegen Bohrungen für Glasfaser-Anschluss

Grevenbroich. Der Glasfaser-Ausbau in Grevenbroich verläuft relativ geräuschlos. Zumindest aus Sicht der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft "BAM Telecom - W & F Breitbandausbau". Sowohl Verwaltung als auch Bauunternehmen bekräftigen in dieser Woche gegenüber unserer Redaktion, dass es bisher nur wenige Beschwerden gegeben habe. Die Bürgerinitiative "Pro Glasfaser" beurteilt die Lage aber anders: "Für uns stellt sich das Bild im Kapellener Neubaugebiet weitaus heftiger dar", sagt Sprecher Sven Sawatzki.

Die Kritik: Bei ihren Werbeveranstaltungen vor einem Jahr habe die "Deutsche Glasfaser" ihren potenziellen Kunden versichert, dass sie die Anschlüsse für das schnelle Internet über die Mehrspartenhauseinführung (MSH) sicherstellen könne. Doch das Gegenteil sei der Fall: "Stattdessen werden Bohrungen in den Keller bevorzugt - was sehr kritisch ist, da Weiße Wannen und Dämmungen zerstört werden", sagt Sven Sawatzki: "Darüber hinaus geht die Garantie auf den Keller der Neubauten verloren."

Die Mehrspartenhauseinführung ist Standard in den meisten Kapellener Neubauten. "Die MSH ist speziell versiegelt. Sie verfügt neben Eingängen für Wasser, Strom und Gas auch über einen Media-Eingang, der für Telekom, Unitymedia und gegebenenfalls auch für Glasfaser vorgesehen ist", schildert Sawatzki. Von der MSH verlaufen unterirdische Leerrohre in Richtung Bürgersteig und Straße. "Die müssten allerdings gesucht werden", sagt Sawatzki: "Diesen Schritt will sich das Bauunternehmen - aus welchen Gründen auch immer - wohl sparen und macht lieber ein Kopfloch direkt an der Hauswand."

Die Bürgerinitiative habe sich bereits im April zu einem "Krisentreffen" mit Vertretern der Firma getroffen - doch ohne Erfolg. "Aus der Ankündigung, die MSH künftig zu nutzen, wurde nichts", sagt Sven Sawatzki: "Stattdessen werden den Anwohnern Formulare zur Erlaubnis für eine Bohrung überreicht. Über die alternative und einzig sinnvolle Anschlussmethode wird nicht informiert", sagt Sawatzki.

Was ihn zusätzlich ärgert: Vertreter der "Deutschen Glasfaser" seien für die Bürgerinitiativen seit Monaten nicht erreichbar, die Baufirma verspreche Rückrufe, die nicht erfolgen würden. "Insgesamt eine unglückliche Situation", so Sawatzki.

Bemühungen unserer Redaktion, einen Ansprechpartner bei der Deutschen Glasfaser zu erhalten, verliefen gestern erfolglos.

(wilp)
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