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Grevenbroich
Caritas bietet Mitarbeitern jetzt Konten für die Lebensarbeitszeit an

Grevenbroich. Der Caritasverband mit Sitz in Grevenbroich will seinen Mitarbeitern jetzt eine flexible Lebensplanung ermöglichen. Die Lösung ist das neue "Caritas Flex-Konto", das die Caritas im Kreis ihren Beschäftigten jetzt anbietet. Das Grundprinzip: Wer Überstunden oder Gehaltsanteile einzahlt, kann das auf dem Konto angehäufte Arbeitszeit-"Kapital" für seine individuelle Lebensplanung nutzen.

Adriana Wrobel, Leiterin des Ambulanten Pflegedienstes der Caritas an der Bergheimer Straße mit 19 Beschäftigten, gehört zu denen, die das neue Konto bereits nutzen. "Unsere Tochter Aileen ist fünf Jahre alt. Wenn sie künftig beispielsweise mal krank wird, kann ich die angesparte Zeit gut einsetzen, in Absprache mit dem Arbeitgeber beispielsweise eine Zeit lang die Arbeitszeit reduzieren oder für einen bestimmten Zeitraum mal aussetzen", erläutert die 35-Jährige. "Mein Mann und ich sind beide in Vollzeit beschäftigt."

Adriana Wrobel hat einen Teil der Vorjahres-Überstunden auf ihr "Lebensarbeitszeitkonto" eingezahlt, "außerdem spare ich dort eine kleine Summe des Gehalts einschließlich der vermögenswirksamen Leistungen", erzählt sie. Mehr Zeit fürs Kind zu haben ist nur eine der Anwendungsmöglichkeiten des Lebensarbeitszeitkontos. Der eine will mit Anfang 60 weniger lange arbeiten, der andere möchte sich in jungen Jahren den Traum von einer längeren Australienreise erfüllen.

"Die Lebensarbeitskonten bieten wir seit Januar an", erklärt Caritas-Vorstand Norbert Kallen. Wer sein Konto mindestens drei Jahre lang "bespart" hat, kann das "Kapital" etwa für Auszeiten oder reduzierte Arbeitszeiten nutzen. Der Caritasverband zieht eine positive erste Bilanz: Wenige Wochen nach dem Start des Programms hätten bereits mehr als 100 Mitarbeiter einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen, heißt es.

Gerade nach Einführung der gesetzlichen Rente mit 67 sei das Caritas-Flex-Konto ein attraktives Angebot für diejenigen, die nicht so lange arbeiten wollen oder können, hebt Personalentwicklerin Petra Hesse-Großmann hervor. "Wir denken, dass Mitarbeiter, die ihre persönlichen, individuellen Lebenspläne mit ihrer Arbeit besser vereinbaren können, zufriedener und motivierter sind", sagt Vorstand Norbert Kallen.

(cso-)
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