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Grevenbroich
Caritas-Kaufhaus eine Nummer größer

Grevenbroich: Caritas-Kaufhaus eine Nummer größer
Dieter Busch, Leiter des Caritas-Kaufhauses, in den neuen Räumen an der Bergheimer Straße 54. Dort gibt es mehr Platz als in den bisherigen Räumlichkeiten, das Sortiment wurde bereits erweitert. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. An der Bergheimer Straße hat das Caritas-Kaufhaus wiedereröffnet. Auf 1000 Quadratmetern können Second-Hand-Artikel ansprechender präsentiert werden. 20 Mitarbeiter arbeiten dort im Rahmen von Beschäftigungsprojekten. Von Carsten Sommerfeld

Auf Tischen sind Blusen und Westen liebevoll drapiert, im Regal warten Stofftiere auf neue Besitzer, am Stand mit Karneval-Accessoires Wikingerhelm und Ritterschild auf junge Jecken. Das Besondere: All das und noch viel mehr ist Second-Hand-Ware. Das Caritas-Kaufhaus, das von der "Alten Molkerei" in den früheren Wirichs-Baumarkt an der Bergheimer Straße 54 umgezogen ist, wurde gestern offiziell wiedereröffnet. Ein Ziel des Hauses ist, Kleidung und anderes für den schmalen Geldbeutel zu bieten. Darüber hinaus ist das Kaufhaus ein Beschäftigungsprojekt. 20 Mitarbeiter lernen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

"Wir haben schon länger nach einem neuen, größeren Standort gesucht, wo wir die Waren besser und barrierefrei präsentieren können", erklärt Norbert Kallen, Vorstand beim Caritas-Verband im Rhein-Kreis Neuss. Nachdem der neue Eigentümer des bisherigen Standorts die Räume gekündigt habe, musste die Caritas intensiver suchen - und wurde wenige hundert Meter weiter fündig. Ein Parkplatz befindet sich vor dem Haus, die Bushaltestelle ist nicht weit - also gute Standortbedingungen.

Vor der Eröffnung wurden die Räume neu gestrichen, die Beleuchtung selbst installiert. "Wir haben einen größeren fünfstelligen Betrag investiert", erläutert Abteilungsleiter Dirk Jünger. "Wir wollen nicht Menschen mit wenig Geld degradieren, indem sie in einer schummrigen Kaschemme einkaufen müssen", betont Kallen. Von "Kaschemme" kann wirklich keine Rede sein: 1000 Quadratmeter, darunter 780 freundlich gestaltete Verkaufsfläche, stehen nach dem Umzug zur Verfügung. "Wir können nun neben Damen-, Herren- und Kinderbekleidung etwa auch Sportbekleidung anbieten", erläutert Dirk Jünger. Blusen gibt es für etwa ein bis vier Euro, eine schicke Ledertasche ist für vier Euro zu haben. "Für 15 Euro kann man sich hier neu einkleiden", sagt Jünger. Wobei er betont: "Hier kauft jedermann. Zu unseren Kunden gehören Hartz-IVEmpfänger ebenso wie höhere Beamte." Beim Rundgang weist Kaufhausleiter Dieter Busch, der früher Filialleiter bei Hettlage und Strauss war, auf weitere Neuerungen hin - Baby-Kleidung etwa und ein größeres Schuhsortiment.

Michaela Deußen (l.) und Nicole Sölter vom Kaufhaus-Team. FOTO: ATI

Neben Kleidung gibt es eine Möbel-Abteilung mit Regalen, Schrankwänden und Essgruppe, Büchern und die Abteilung "Dies und das" mit Porzellan und anderen Haushaltswaren. Ein Hingucker ist ein kleiner antiker Kinderwagen.

Nicht nur Kunden profitieren vom Kaufhaus, sondern auch die Mitarbeiter. Die Caritas kooperiert unter anderem mit dem Job-Center. Frühere Langzeitarbeitslose, die teilweise gesundheitlich eingeschränkt sind oder psychische Probleme haben, lernen, eine feste Tagesstruktur aufzubauen. Wie Fachbereichsleiterin Wilma Sadowski erläutert, gibt es auch Projekte für Alleinerziehende - wie Hülya Celik (39), die später als Kassierin arbeiten möchte. Mancher frühere Arbeitsmaßnahme-Teilnehmer bleibt als Ehrenamtler dabei - wie Nicole Sölter (41). "Hier lernt man viele Menschen und verschiedene Charaktere kennen", sagt sie.

Quelle: NGZ
 
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