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Grevenbroich
Caritasverband will das Barbara-Haus doch nicht aufstocken

Grevenbroich. Bei zusätzlicher Etage fürs Seniorenhaus werden zu hohe Kosten beim Erdbebenschutz befürchtet. "Kleine Lösung" wird nun geplant.

Eigentlich sollte der Umbau des Caritashauses St. Barbara an der Montanusstraße bereits Ende vergangenen Jahres starten, doch die Pläne liegen zurzeit "auf Eis". Das erklärt Geschäftsführer Hans-Werner Reisdorf vom Caritasverband im Rhein-Kreis Neuss. Auf die Aufstockung des Seniorenzentrums will der Caritasverband ganz verzichten - er befürchtet hohe Kosten für den Erdbebenschutz. Ein Anlass für den geplanten Umbau: Die Alten- und Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen müssen ab dem Jahr 2018 für mindestens 80 Prozent der Bewohner Einzelzimmer vorhalten. Zudem ist die Nachfrage nach Plätzen in Doppelzimmern gesunken.

Die Caritas plante den Umbau von Doppel- zu Einzelzimmern. Zudem sollte der Gebäudekomplex an der Montanusstraße um eine weitere Etage aufgestockt werden. In das neu geschaffene Geschoss sollten zunächst Altenheimbewohner umziehen, um das übrige, rund 20 Jahre alte Gebäude renovieren zu können. Danach sollte die neue Etage als Appartements an Senioren vermietet werden.

Für die Planung wurde ein Statiker eingeschaltet. Ein Ergebnis der Untersuchungen: "Bei der geplanten Aufstockung drohen uns wegen Auflagen für den Erdbebenschutz aufwändige und kostspielige Investitionen", erläutert Hans-Werner Reisdorf vom Kreisverband. "Als wir davon erfuhren, haben wir die Erweiterungspläne sofort gestoppt. Wir verfolgen nun ,Plan B'", so Hans-Werner Reisdorf, der betont: "Das heutige Gebäude ist natürlich erdbebensicher."

Dass die Bemühungen um den Erdbebenschutz auch in Grevenbroich wichtig sind, bewies das Beben vom 13. April 1992 mit einer Stärke von immerhin 5,9 auf der Richterskala. Danach wies der alte Kreissitzungssaal neben dem Ständehaus so starke Risse auf, dass er abgerissen wurde.

Wie sieht nun "Plan B" aus? Das Caritashaus verfügt heute "über 66 Einzel- und 17 Doppelzimmer, damit liegen wir nur knapp unter den ab 2018 geforderten 80 Prozent Einzelzimmern. Es reicht aus, ein Doppel- in ein Einzelzimmer umzubauen", erläutert Reisdorf.

Für dieses Vorgehen wartet der Caritasverband nun auf eine Genehmigung durch die Heimaufsicht beim Rhein-Kreis Neuss. Gibt es dafür grünes Licht, "können wir in Ruhe, ohne Zeitdruck, die Modernisierung des Hauses planen", erklärt Geschäftsführer Hans-Werner Reisdorf.

(cso-)
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