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Grevenbroich
CDU fordert mehr Ordnungsamts-Präsenz im Bahnhofsviertel

Grevenbroich. Das Innenstadt-Entwicklungskonzept ISEK muss konsequent im Bahnhofsviertel umgesetzt werden. Das fordert jetzt das CDU-Vorstandsmitglied Norbert Gand. "Damit kann ein Teil der Probleme in diesem Quartier gelöst werden", sagt er. "Mit Zuschüssen, die uns vom Land zur Verfügung gestellt werden."

Lautstarke Streitigkeiten zu später Stunde, Autorennen, Drogenkonsum und -handel, Belästigungen durch Suchtkranke und Obdachlose - die Bewohner des Bahnhofsviertels beklagen sich über immer unerträglichere Zustände. Neu sei das alles aber nicht. "Schon seit 2009 weisen wir auf Unzulänglichkeiten in diesem Gebiet hin", sagt Gand. "Umso wichtiger ist es, wenn wir ISEK jetzt stringent umsetzen. Leider gibt es einige Populisten, die dieses Projekt unnötig verzögern."

Das Problem der illegalen Autorennen auf der schnurgeraden Bahnstraße könnte etwa durch die im Innenstadt-Konzept vorgesehene verschwenkte Fahrbahn gelöst werden, sagt Gand. Zwar seien auch "Drempel" eine sinnvolle Möglichkeit, die Raser auszubremsen. "Aber diese Schwellen sollten nicht auf einer, sondern auf möglichst vielen Fahrbahnen im gesamten Stadtgebiet errichtet werden, und zwar im Zuge von Straßenerneuerungs-Projekten", meint er. "Das ist eine mittelfristige Maßnahme, der sich die Politik widmen sollte."

Nicht verhindern oder gar verbieten lasse sich die Versorgung von Methadon-Patienten in Bahnhofsnähe. "Aber sie muss ordnungsrechtlich begleitet werden, damit das Herumlungern beendet wird - und vor allem das Belästigen von Anwohnern", sagt das CDU-Vorstandsmitglied. Gand fordert einen "höheren personellen Einsatz" des Ordnungsamtes und ein "konsequentes Umsetzen von Verboten - bis hin zu Platzverweisen".

Das ISEK-Konzept löse nach Meinung der Union zwar viele, aber längst nicht alle Probleme im Bahnhofsquartier. "Die Lebensqualität der Menschen dort muss verbessert werden", sagt Norbert Gand. Für "interessant" hält er einen Vorschlag der Aachener Planungsruppe MWM, die diverse Neubauprojekte vorgeschlagen hat, um die Wohnstruktur im Quartier insgesamt zu verbessern.

"Die Idee ist gut", urteilt Gand. "Es lohnt sich, den Gedanken zu vertiefen." Politik, Verwaltung und insbesondere das städtische Baulandmanagement müssten dieses Thema nun auf die Tagesordnung holen. "Sicherlich könnte auch die Stadtentwicklungsgesellschaft in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen", betont das Ratsmitglied.

Das Bahnhofsviertel habe Probleme - aber: "Wichtig ist es, dieses Gebiet nicht schlechter zu reden als es ist", sagt Norbert Gand. Statt "jede Woche ein neues Tier durchs Dorf zu treiben", sollten "Bürger, Politik und Verwaltung gemeinsam an Verbesserungen arbeiten".

(wilp)
 
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