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Grevenbroich
CDU-Fraktionschef soll auch Partei führen

Grevenbroich. Norbert Gand stellt sich nicht mehr zur Wahl. Der Vorstand schlägt Wolfgang Kaiser als Nachfolger vor. Von Wiljo Piel

Beim Stadtparteitag der CDU am 24. November tritt Norbert Gand (66) auf eigenen Wunsch nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden an. Auf Vorschlag des Vorstandes wird Wolfgang Kaiser für den Chef-Posten kandidieren. Der 54 Jahre alte Architekt soll die Fraktion und den Stadtverband in Personalunion führen.

"Meine Entscheidung hat nichts mit dem Ausgang der Bürgermeisterwahl zu tun", erklärt Gand. Vielmehr habe er schon zum Anfang des Jahres den Entschluss gefasst, etwas kürzer treten zu wollen. "Ich bin seit vielen Jahren in verantwortlicher Position tätig und möchte künftig andere Prioritäten setzen. Zudem sollten auch Jüngere einmal dieses Amt übernehmen", sagt der Rechtsanwalt. Darüber habe er den Parteivorstand am Tag nach der Bürgermeister-Stichwahl informiert. "Für mich war das der frühestmögliche Zeitpunkt, es sollte vorher nicht zu Spekulationen kommen", erklärt der 66-jährige Laacher.

Norbert Gand war von 2008 bis 2014 Fraktionsvorsitzender, seit vier Jahren ist er Parteichef. Zeitweise nahm er beide Posten gleichzeitig wahr. "Wenn der Vorstand genügend Unterstützung leistet, wie das bei mir der Fall war, ist das eine gute Sache, da sich durch die Ausübung beider Ämter wertvolle Synergieeffekte ergeben", sagt Gand. Er habe daher vorgeschlagen, dass der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kaiser auch Parteichef werden soll. Der Vorstand des Stadtverbandes sei dem gefolgt.

Norbert Gand selbst will künftig "Politik in der zweiten Reihe" machen, sein Ratsmandat werde er "selbstverständlich behalten". Der Ortsverband Grevenbroich wolle ihn zudem als Beisitzer in den Stadtverbandsvorstand entsenden: "Damit würde sich für mich die Möglichkeit ergeben, weiterhin in einem führenden Gremium zu arbeiten", meint Gand.

Sollte Wolfgang Kaiser gewählt werden - ein Gegenkandidat ist zurzeit nicht in Sicht - obliege ihm die Aufgabe, insbesondere die Landtags- und dann die Bundestagswahl vorzubereiten, meint der scheidende Vorsitzende. Zudem müsse er anschließend einen möglichst jungen Kandidaten für die nächste Kommunal- und Bürgermeisterwahl im Jahr 2020 aufbauen.

Wolfgang Kaiser ist seit 2008 Mitglied der CDU, ein Jahr später wurde der Neukirchener in den Stadtrat gewählt, seit der Kommunalwahl 2014 führt er die Fraktion. Nach der Anfrage des Parteivorstandes habe er mehrere Wochen überlegt, ob er zusätzlich noch den Vorsitz des Stadtverbandes übernehmen solle, sagt Kaiser. "Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass das zu schaffen ist", sagt der 54-Jährige.

Sollte er gewählt werden, sieht er seine vorrangige Aufgabe darin, die Landtagswahl 2016 vorzubereiten. In Gesprächen mit den CDU-Verantwortlichen aus der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen will er darum kämpfen, dass der nächste Kandidat aus Grevenbroich kommt. "Das ist mein Ziel", sagt er. Als mögliche Kandidatin ist die Ratsfrau und Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Heike Troles im Gespräch.

Die CDU trifft sich am Dienstag, 24. November, 18.30 Uhr, zu ihrem Stadtparteitag. Veranstaltungsort ist die Zehntscheune in Elsen.

Quelle: NGZ
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