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Grevenbroich
CDU gegen Unterkunft am Bahnhof

Grevenbroich. Flüchtlingshaus an der Merkatorstraße im Rat. SPD will das Thema vertagen. Von Wiljo Piel

Die SPD will die für die morgige Ratssitzung vorgesehene Debatte über eine Flüchtlingsunterkunft am Grevenbroicher Bahnhof von der Tagesordnung nehmen. "Wir haben noch Beratungsbedarf", sagt Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Die CDU hat sich bereits positioniert - und zwar gegen einen Festbau am vorgesehenen Standort.

Wie berichtet, hält die Stadtverwaltung am Bau einer mehrgeschossigen Unterkunft für bis zu 120 Asylbewerber an der Merkatorstraße fest. Nachdem sich mehrere Politiker im Vorjahr gegen den Standort ausgesprochen hatten, wird Bürgermeister Klaus Krützen das Thema nun noch einmal auf die Tagesordnung bringen. Da der Zustrom von etwa 50 Asylbewerbern in der Woche anhält, müssten weitere Unterkünfte geschaffen werden, langfristig auch in Festbauweise, argumentiert der Verwaltungschef.

Doch die SPD will die Debatte vertagen. "Wir müssen noch darüber beraten, ob die geplante Größe des Hauses in Ordnung ist", sagt Horst Gerbrand: "Möglicherweise sind 120 Personen etwas viel für das Bahnhofsviertel." Es müsse auch über einen kleineren Bau nachgedacht werden. Das Gelände an der Merkatorstraße hält der Fraktionsvorsitzende aber für geeignet: "Es liegt zentral, ist gut an den Nahverkehr angebunden, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Tagesstätten sind in der Nähe."

Von der CDU wird der anvisierte Standort mit Skepsis betrachtet. "Wir haben Probleme mit diesem Gelände. Gerade die Nähe zum Bahnhofsviertel missfällt uns", sagt Fraktionsvize André Dresen: "Ein riesiger Bau für 120 Personen würde dort nicht hinpassen."

Grundsätzlich sei die Union aber nicht gegen feste Asylbewerber-Unterkünfte, stellt Dresen klar: "Wir wollen aber nicht diese großen Gebäude, sondern kleinere Einheiten, die dezentral auf das Stadtgebiet verteilt werden. Nach unserer Meinung kann nur so eine vernünftige Integration von Flüchtlingen gewährleistet werden." Geeignete Grundstücke könne die CDU zwar nicht benennen -"aber wir gehen davon aus, dass es gerade für Festbauten geeignete Flächen geben wird", sagt André Dresen.

Zurzeit leben in Grevenbroich rund 800 Asylbewerber, die in städtischen Unterkünften und Mietwohnungen einquartiert wurden. Zusätzlich werden 450 Menschen in zwei Notunterkünften von der Stadt und dem Kreis betreut. Zurzeit laufen im Rathaus die Vorbereitungen für Containerdörfer an der Gilbach- und der Konrad-Thomas-Straße sowie für Leichtbauhallen am Hagelkreuz. Dort sollen bis zu 420 Menschen eine Unterkunft finden.

Quelle: NGZ
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