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Grevenbroich
CDU kritisiert: Die Stadt vernachlässigt Wevelinghoven

Grevenbroich: CDU kritisiert: Die Stadt vernachlässigt Wevelinghoven
Uwe Holl, Heinrich Bayer, Alexander Klömpkes und Holger Leusch (v.l.) mit einem alten Eisentor, das im Stadtpark herumliegt. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Der Stadtpark in Wevelinghoven war einmal ein beliebtes Naherholungsziel - doch die grüne Lunge der ehemaligen Gartenstadt verkommt immer mehr zum Hundeklo. Das kritisiert der Vorstand des CDU-Ortsverbandes. Von Wiljo Piel

"Hier sieht es aus wie Kraut und Rüben", wettert Vorsitzender Uwe Holl bei einem Ortstermin: "Die Wege sind in einem katastrophalen Zustand, die Grünflächen verwildern zusehends - und niemand fühlt sich zuständig." Dies sei kein Vergleich zum Stadtpark in Grevenbroich, der proper daherkomme. "Der liegt ja auch im Zentrum", sagt Vorstandsmitglied Alexander Klömpkes: "Für mich ist das ein weiteres Indiz dafür, dass Wevelinghoven in dieser Stadt einfach nicht mehr stattfindet."

Besonders "wild" sieht es rund um die - mittlerweile schäbig aussehende - Edelstahl-Plastik "Knospenbaum" aus, die eine Station des Skulpturen-Pfades markiert, der die Parks in Grevenbroich und Wevelinghoven verbindet. "Als das Kunstwerk vor gut acht Jahren vom Marktplatz in den Park versetzt wurde, sollte das Umfeld gepflegt, neu gestaltet und sogar erweitert werden", sagt Uwe Holl: "Doch nichts ist passiert." Nicht einmal ein in unmittelbarer Nähe der Plastik liegendes Tor, aus dem vier Eisenspitzen herausragen, sei weggeräumt worden. "Kaum auszudenken, wenn jemand stolpert und da hineinfällt", sagt das ehemalige Ratsmitglied Holger Leusch.

Ganz in der Nähe des Kunstwerks stehen die Grundmauern des Burgturmes von Schloss Lievendahl - eine der wenigen historischen Stätten Wevelinghovens. "Anderenorts werden solche geschichtlichen Zeugnisse gut gepflegt. Da steht dann eine Bank in der Nähe, und es gibt eine Tafel mit Erläuterungen", berichtet Uwe Holl: "Doch hier lässt man so etwas einfach verfallen, bis dass es nicht mehr da ist." Sein Appell an das Rathaus: Der Park müsse wieder in Ordnung gebracht werden, auch mit Blick auf das Neubaugebiet "An Mevissen", das in naher Zukunft erschlossen wird. "Gerade junge Familien suchen Ausflugsziele, die in unmittelbarer Nähe liegen", sagt Holl: "So etwas macht ein Wohngebiet noch attraktiver. Auch daran sollte die Stadtverwaltung einmal denken."

Nicht nur der Park trifft auf die Kritik des CDU-Ortsverbandes. Auch die Verkehrssituation auf der Post- und Oberstraße wird vom Vorstand bemängelt. "Die massive Belastung kann sicherlich nur durch den seit langem geforderten Lückenschluss der Landstraße 361n abgestellt werden - doch so lange dieses Projekt nicht realisiert werden kann, brauchen wir eine vernünftige Zwischenlösung gegen den äußerst starken Durchgangsverkehr", sagt Uwe Holl. Es müsse ein Konzept entwickelt werden, um die beiden viel frequentierten Straßen zu entlasten. Zudem sollten Lösungen für die Unterstraße gefunden werden, die größtenteils auf einer Seite zugeparkt sei und nahezu keinen Begegnungsverkehr zulasse. "Der Rahmenplan, der vor Jahren für Wevelinghoven erstellt wurde, beinhaltet viele gute Ideen - auch zur Verkehrsproblematik. Doch leider ist nichts davon umgesetzt worden", erinnert Alexander Klömpkes.

Der Zustand des Friedhofs mitsamt der bröckelnden Mauer wird vom CDU-Ortsverband ebenso kritisiert wie der Rad- und Fußweg, der in die Langwadener Straße mündet. "Da geht kein Mensch mehr lang, von allen Seiten wächst das Grün in den Weg hinein", sagt Ratsherr Heinrich Bayer. Auch der Klosterweg sei nach dem Bau des Seniorenwohnstifts St. Martinus verbesserungsbedürftig. Er soll erst 2018 wieder instand gesetzt werden.

Der Ortsverband appelliert an die Stadtverwaltung, auch wieder die ehemalige Stadt Wevelinghoven in den Blickpunkt zu nehmen. "Grevenbroich hört nicht am Hagelkreuz oder am Bahnhof auf", mahnt Alexander Klömpkes: "Viele Wevelinghovener haben mittlerweile aber den Eindruck, dass das so ist - und sprechen vom Zonenrandgebiet.".

Quelle: NGZ
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