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Grevenbroich
Club ist Vorbild für deutschen Motorsport

Grevenbroich: Club ist Vorbild für deutschen Motorsport
Karl-Friedrich Ziegahn, Neele Jahncke, Claudia Ullrich (v.l.) auf dem MSC-Areal. FOTO: Salzburg
Grevenbroich. Umwelttagung: Experten des Deutschen Motorsport-Bunds ließen sich auf Motocross-Strecke am Tagebau inspirieren. Von Christian Kandzorra

Umweltschutz und Motocross - das klingt erst einmal schwer miteinander vereinbar. Der Motorsportclub Grevenbroich beweist allerdings, dass beides in der Praxis gut in Einklang gebracht werden kann. Die Mitglieder schützen Tiere, sorgen für entsprechende Lebensräume und vermitteln jungen Sportlern ein geschärftes Bewusstsein für ihre Umwelt. Dafür ist der Club zuletzt mit einem internationalen Award ausgezeichnet worden. Jetzt fand eine Fachtagung des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB) in Grevenbroich statt, bei der sich Experten aus ganz Deutschland auch von den Umweltschutz-Maßnahmen der Grevenbroicher Crossfahrer inspirieren ließen. Die Club-Umweltbeauftragte Claudia Ullrich führte die Fachleute über das 33 Hektar große Gelände an der Königshovener Höhe nahe des Tagebaus.

Die Vorreiterrolle des knapp 200 Mitglieder zählenden Clubs unterstrich Tagungsleiter Karl-Friedrich Ziegahn bei der Besichtigung der Motocross-Strecke. "Ich bin schwer beeindruckt", sagte er. "Der eigene Waschplatz, die Tankboxen - das sind sehr vorbildliche Lösungen." Der Karlsruher kam zudem auf den Schutz spezieller Krötenarten zu sprechen, für den die Motorsportler vor zwei Jahren auch mit dem Umweltpreis des DMSB ausgezeichnet worden sind. So finden etwa Wechsel- und Kreuzkröten im aufgelockerten Sand der sechs Motocross-Strecken einen idealen Lebensraum. Die Kröten laichen auf dem Areal - mitunter in eigens für sie gepflegten Tümpeln, auf die der Club ein besonderes Augenmerk legt.

Ohne die Motocross-Strecken und die umweltbewussten Sportler würde es wohl kaum eine so große Population der Amphibien geben, die auf der roten Liste stehen. Darauf hat der städtische Umweltschutzbeauftragte Norbert Wolf bei einem Vortrag hingewiesen, der Teil der Fachtagung war. Das Problem: Die Motocross-Strecke ist im Flächennutzungsplan als Deponie ausgewiesen; theoretisch könnte das Vorhaben, dort eine Bauschutt-Deponie zu errichten, umgesetzt werden. Es ist jedoch noch nicht konkret geplant. "Aus sportlicher Sicht und auch was Umweltaspekte anbelangt, ist die Motocross-Anlage in Grevenbroich etwas ganz Besonderes", betonte Karl-Friedrich Ziegahn.

Club-Umweltbeauftragte Claudia Ullrich zeigte den Experten des DMSB einen Bauwagen auf dem Gelände, der als eine Art "grünes Klassenzimmer" für junge Sportler dient. Tatsächlich hat sich eine Jugendgruppe aus dem Club heraus gegründet, die verstärkt Umweltprojekte auf dem Gelände in Angriff nimmt. Geleitet wird sie von der 15-jährigen Neele Jahncke. Sie sorgt etwa dafür, dass die Tümpel stets mit Wasser gefüllt sind - wichtig ist das vor allem für die vom Aussterben bedrohten Kröten. Claudia Ullrich berichtete von weiteren Tieren, die sich offenbar auf dem Areal wohlfühlen: So beobachte sie seit einiger Zeit vermehrt Füchse und Dachse. Auch Vögel wie der Steinschmätzer und Uhus sollen dort gesichtet worden sein. "Wir möchten auf jeden Fall an unserer Umweltarbeit festhalten", sagte Ullrich, die großen Wert auch auf eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt legt.

Quelle: NGZ
 
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