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Grevenbroich
Coens-Galerie lockt mit Niedrig-Preisen

Grevenbroich: Coens-Galerie lockt mit Niedrig-Preisen
Die Coens-Galerie liegt im Herzen der Grevenbroicher Innenstadt. Das Einkaufszentrum wurde 2002 auf der umgebauten und erweiterten Kaufhof-Fläche eröffnet. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. In einer Broschüre wirbt das Einkaufscenter mit ausgesprochen niedrigen Mietpreisen für leerstehende Geschäfte. Auch die Fläche von Medimax wird angeboten. Ob der Elektronik-Fachmarkt die Stadt verlassen wird, ist aber noch offen. Von Wiljo Piel

Die Coens-Galerie arbeitet an der Vermarktung von leer stehenden Geschäften. Nachdem mit "CCC Shoes & Bags" ein neuer Ankermieter für die ehemalige Strauss-Immobilie gefunden wurde, sollen nun auch die übrigen Leerstände beseitigt werden. "Wir arbeiten aktuell an einem Gastronomie-Konzept, das die Aufenthaltsqualität in der Galerie verbessern soll", sagt Center-Manager Michael Schneider. Im Gespräch ist etwa ein Restaurant, das den "täglichen Bedarf" der Kunden abdecken soll - also vom Frühstück über einen Mittagstisch mit einer kleinen Speisekarte bis hin zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Eine andere Baustelle des Managers: "Junge Mode - dieses Sortiment möchten wir verstärken", sagt Schneider.

Unter Grevenbroicher Immobilien-Experten kursiert zurzeit eine Broschüre, mit der Galerie-Eigentümer Gazit auf der Suche nach Mietern für die zum Teil schon seit längerem leerstehenden Geschäfte ist - zum Beispiel für das ehemalige Eiscafé an dem zur Karl-Oberbach-Straße gelegenen Eingang, den geschlossenen türkischen Imbiss oder für die Flächen im vorderen Drittel des Centers, die vor einigen Jahren noch von einem Metzger und einer Bäckerei belegt waren.

Was in der unserer Redaktion vorliegenden Broschüre auffällt, ist das Mietpreissoll, mit dem der Eigentümer wirbt: zwei Euro pro Quadratmeter, zuzüglich 5,50 Euro Nebenkostenvorauszahlungen. Das wäre ausgesprochen niedrig. Denn nach dem aktuellen Grevenbroicher Mietspiegel liegt der Quadratmeterpreis für Einzelhandelsflächen in 1a-Lagen immerhin zwischen 18 und 30 Euro. In Nebenlagen bewegt sich das Spektrum noch zwischen vier und acht Euro. Alles ohne Mehrwertsteuer und Nebenkosten.

"Zwei Euro - das wären Dumping-Preise", urteilt Paul Schulte vom gleichnamigen Grevenbroicher Immobilienunternehmen auf Anfrage unserer Redaktion. Der Immobilienfachwirt sieht in einem solchen Angebot vor allem Nachteile für die Eigentümer leer stehender Geschäfte innerhalb der Fugängerzone: "Bei einem Preis wie diesem ist es um deren Vermietungschancen sicherlich schlecht bestellt." Geht die Coens-Galerie mit Dumping-Preisen auf die Jagd nach neuen Mietern? Die in der Broschüre genannte Ansprechpartnerin der Firma "Acrest" - die ist unter anderem für die Vermietung der Coens-Galerie zuständig - wollte sich gestern nicht zu dieser Frage äußern.

In der Broschüre aufgeführt wird auch die etwa 1560 Quadratmeter große Fläche eines weiteren Ankermieters - nämlich Medimax. Der Preis: 5,50 Euro pro Quadratmeter plus Nebenkosten. Der Vertrag mit dem Elektrofachmarkt läuft Ende 2016 aus - doch noch ist angeblich nicht entschieden, ob das Unternehmen den Standort verlassen wird. "Wir stehen in Verhandlungen", sagt Jens Schlupp, Geschäftsführender Gesellschafter. Ziel sei es, in der City zu bleiben.

Schon 2013 stand Medimax in "harten Verhandlungen" mit dem Eigentümer der Galerie - kurz vor Vertragsablauf konnte aber eine Einigung erzielt werden.

Quelle: NGZ
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