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Grevenbroich
Cyber-Virus: Parken weiter kostenfrei

Grevenbroich. Erpresser-Software legt Parkhaus lahm. Schadenhöhe bislang nicht ermittelt. Von Valeska von Dolega

Die Erpressungssoftware namens "Wanna Cry" hatte am vergangenen Freitag nach Angaben von Europol mindestens 150 Länder sowie 200.000 Organisationen und Personen getroffen. In Grevenbroich ist von der Cyber-Gaunerei das innerstädtische Parkhaus in der Coens-Galerie betroffen. Zwar ist es in Betrieb, aber es funktioniert nicht wie gewohnt.

Seit Montagmorgen leuchtet auf dem Hinweisschild an der Hausmauer in roten Buchstaben das Wort "Besetzt" auf - obwohl es sehr wohl auf allen drei Ebenen ausreichend freie Parkboxen gibt. Die Homepage als Informationsquelle mit Daten zu Öffnungszeiten und Preisen ist nicht brauchbar. Auch das, was sonst per QR-Code nutzbar ist, liegt derzeit brach. Die Computer in der Pförtnerloge bleiben dunkel, unermüdlich sind die Mitarbeiter vor Ort im Einsatz, Erklärungen zum Stand der Dinge und der Nutzbarkeit des Hauses zu geben. Das Unternehmen Q-Park agiert "europaweit. In Deutschland sind nur die Einrichtungen in Köln und Bonn von der Erpressersoftware verschont geblieben", sagt ein Mitarbeiter. Wie hoch in Grevenbroich der Schaden ist, lässt sich derzeit nicht beziffern. Einbußen hat das Unternehmen nicht allein dadurch erlitten, dass die Software quasi außer Betrieb gesetzt wurde und "nichts funktioniert", wie der Mitarbeiter sagt. Alle Parkebenen können von Autofahrern genutzt werden - ohne dass sie dafür zahlen müssten.

An der Einfahrt weist ein handgeschriebenes Schild darauf hin, auch Dauerparker mögen bitte ein Ticket ziehen. Aber für sie wie für alle anderen Parkhausnutzer ist später die Ausfahrt frei. Denn die entsprechende Ausfahrtsschranke, die sich sonst nur hebt, wenn das Parkticket am Automaten ordnungsgemäß gezahlt wurde, steht seit Tagen offen. Zur Erinnerung: Bei einer Parkdauer von einer Stunde fallen laut Aushang 0,60 Euro an, bis zu 120 Minuten kosten 2,40 Euro und das Tagesticket schlägt mit zwölf Euro zu Buche. Dem Vernehmen nach soll ab heute der Schaden behoben sein und der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden.

Das Virus "Wanna Cry" hat auf infizierten Rechnern alle Daten verschlüsselt. Erst nach Zahlung eines Lösegelds sollen sie wieder entsperrt werden. Ob das Unternehmen Q-Park tatsächlich ein Lösegeld gezahlt hat und wenn "ja" in welcher Höhe, ist unbekannt.

Quelle: NGZ
 
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