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Grevenbroich
Kapellener Karnevalsparty vor dem Aus

Da simmer dabei 2017: Kapellener Karnevalsparty vor dem Aus
Zurzeit wird fieberhaft nach einer Ausweichfläche für "Da simmer dabei" im Grevenbroicher Stadtgebiet gesucht. FOTO: Planungspartner
Grevenbroich. Vor 14 Jahren erstmals initiiert, entwickelte sich "Da simmer dabei", bislang in Kapellen gefeiert, zur größten Karnevalsparty im Rhein-Kreis Neuss. Jetzt gibt es kein Veranstaltungsgelände mehr. Nach Alternativen wird gesucht. Von Valeska von Dolega

Bis zu 2600 Menschen feierten mit, wenn das Partymotto "Da simmer dabei" ausgerufen wurde. Von Marc Pesch und Andreas Behr ins Leben gerufen, hat sich die kölsche Karnevalsnacht zum absoluten Zuschauermagneten entwickelt, im Rhein-Kreis Neuss gab es keine Karnevalsparty, die erfolgreicher gewesen wäre. Nun droht dem Event das Aus. Es gibt in Kapellen, wo die karnevalistische Sause bislang zelebriert wurde, nun keinen Platz mehr. "Das ist bitter", sagt Veranstalter Marc Pesch über die Absage, von der er jetzt erfahren hat.

Für gewöhnlich beginnt der Kartenvorverkauf fürs Karnevalsfest am 11. 11., "jetzt habe ich keinen Austragungsort mehr". In den 14 Jahren, die "Da simmer ..." gefeiert wurde, musste die Veranstaltung insgesamt fünf Mal umziehen. "Es ist das alte Problem: Es gibt viele Ideen, aber keinen Veranstaltungsort", sagt Pesch über die ihn frustrierende Situation in Grevenbroich und der nahen Umgebung. "Das ist einfach ärgerlich." Für den bestens ausgebauten Kirmesplatz kann die Stadt keine Genehmigung für "Da simmer ..." geben.

Zuletzt konnte das Karnvelasfest auf dem Gelände einer Spedition gefeiert werden. "Seit Jahren war klar, dass hier irgendwann Schluss sein würde", wusste Pesch aus Gesprächen in der Vergangenheit mit dem Eigentümer des Geländes. "Und jetzt habe ich die Ankündigung wahr gemacht", erklärt Bernd Wasse das Ende auf seinem Firmenareal. "Ich brauche den Platz für meine Fahrzeuge", unter erheblichem Aufwand waren Lkw und Anhänger der Spedition eigens fürs Event vom Gelände an andere Stellen verbracht worden. "Jetzt habe ich noch mehr Material. Das geht einfach nicht mehr", zieht Bernd Wasse einen Schlussstrich.

In den sozialen Netzwerken wird das drohende Party-Aus heftig debattiert. Vom lapidaren "dann feiern wir eben woanders" bis zum Kommentar, das sei "sehr schade" reicht das spontane Spektrum. "Da simmer ..." ist aber nicht bloß purer Feier-Spaß gewesen. Bislang hatte Marc Pesch, selbst in der Altherrenmannschaft des FC Kapellen aktiv, mit "seinem" Sportverein bei diesem Event zusammengearbeitet. Das nun bevorstehende Ende im Ort Kapellen bedeutet auch das Ende der Zusammenarbeit mit diesem Verein. Das zieht einen "enormen finanziellen Verlust" nach sich, beziffert Marc Pesch Einnahmen von etwa 10.000 Euro, die bislang durchs Fest abfielen und für die Nachwuchsarbeit investiert werden konnten. Voraussetzung war, der Club kümmere sich um den adäquaten Austragungsort. "Keine Einnahmen mehr für den SC Kapellen? Das ist gar nicht gut", machen sich bei Facebook die Nutzer Gedanken über die riesigen Einnahmeverluste.

Ob es ein kurzzeitiges Happy End für die beliebte Veranstaltung gibt, ist auch wegen der Knappheit der Zeit unklar. "Das sind alles Gedankenspiele", geht Marc Pesch mögliche alternative Austragungsorte wie das Gelände an der Ex-Zuckerfabrik durch. Als nächstes sucht er das Gespräch mit der Stadt.

Quelle: NGZ
 
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