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Grevenbroich
Das "Demenznetz" will Familien über Hilfen besser informieren

Grevenbroich. Demenzkranke und ihre Angehörigen brauchen Hilfe - und sollen nun besser über die Angebote in der Stadt informiert werden. Das hat sich das neue "Demenznetz Grevenbroich" auf die Fahnen geschrieben. Erstes Ergebnis der Kooperation ist ein Flyer mit Einrichtungen, Verbänden und Unternehmen, die sich um Demenzkranke kümmern, mit Ansprechpartnern und Telefonnummern. Dabei soll es nicht bleiben. "Für 2017 planen wir Info-Veranstaltungen", kündigt Beate Müller an. Die Sozialarbeiterin beim Caritas-Verband bildet mit Anja Peltzer vom Roten Kreuz und Behindertenbeauftragtem Christoph Meyer das Organisationsteam des Netzes. Von Carsten Sommerfeld

In dieser Allianz haben sich eine Vielzahl von Institutionen und Initiativen zusammengeschlossen, die sich mit dem Thema Demenz befassen - von der Caritas und dem Roten Kreuz über die Alzheimer-Gesellschaft und das Neuro-Centrum, eine Fachärztepraxis am Krankenhaus, bis zu ambulanten Pflegediensten. Initiiert wurde das Netzwerk, das von der Stadt unterstützt wird, im Rahmen des Bundesprogramms "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz". "Es gibt in Grevenbroich eine Menge an Angeboten für Demenzkranke, aber wir haben festgestellt, dass Betroffene davon oft nur wenig wissen", sagt Müller. Allein die Caritas bietet ein ganzes Bündel von Hilfen - etwa Schulungen und Gesprächskreise, Demenz-Cafés und das Projekt "Atempause", bei dem Ehrenamtler Angehörige entlasten.

Frühe Information über die Krankheit sei wichtig: "Von Angehörigen hören wir immer wieder: ,Hätte ich das doch früher gewusst'", schildert Müller. Hilfreich sei etwa zu wissen, "was im Kopf des Erkrankten vorgeht. Viele Angehörige haben das Gefühl, dass der Betroffene sie mit seinem veränderten Verhalten ärgern will." Der Flyer wurde rechtzeitig vor dem Welt-Alzhei-mertag am 21. September fertig. Er soll bei Netzwerkpartnern, im Bürgerbüro und in Praxen ausgelegt werden. Er ist auch auf der Homepage der Stadt zu finden (www.grevenbroich.de, unter Senioren).

Für kommendes Jahr hat sich das Netzwerk weitere Aktionen vorgenommen, unter anderem Tanzen für Menschen mit und ohne Demenz. "Viele Betroffene und ihre Familien ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Es ist aber wichtig, dass soziale Kontakte erhalten werden", betont Müller.

Quelle: NGZ
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