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Grevenbroich
Das sind die Kostümtrends der Session

Grevenbroich. Neben den großen Dauerbrennern gibt es einige Neuheiten: Viele Karnevalisten schlüpfen zum Finale der fünften Jahreszeit in abgedrehte Hippie-Klamotten, andere kleiden sich im Stil des "Steampunks". Ein Besuch im Kostümladen. Von Christian Kandzorra

Sehnsucht nach den wilden 70ern? An Karneval können sich die Fans der Flower-Power-Zeit so richtig austoben. Klatschbunte Hemden, Schlaghosen und ausgefallene Frisuren liegen dieses Jahr jedenfalls voll im Trend. "Auch die 80er Jahre kommen karnevalstechnisch wieder in die Mode. Vor allem Kleider mit Neonfarben", sagt Gregorio Massaad. Der 39-Jährige betreibt mit seiner Frau Verena das größte Grevenbroicher Karnevalsgeschäft im Montanushof, in dem sie von Oktober bis Rosenmontag Kostüme verkaufen.

So langsam läuten die Jecken in Grevenbroich und Umgebung das Finale der fünften Jahreszeit ein. "Das macht sich jetzt bei uns bemerkbar. Es kommen immer mehr Kunden und schauen sich nach Kostümen um", sagt Gregorio Massaad, der in seinem Geschäft "Flic-Flac" Kostüme zu mehr als 100 Hauptthemen wie "Wilder Westen", "Polizei" oder "Hippies" anbietet - plus Zubehör, versteht sich. Noch sind die Stangen mit den Kostümen gut gefüllt. "Je näher die Karnevals-Woche rückt, desto mehr Menschen suchen gezielt nach Verkleidungen", erzählt Massaad, der aus Erfahrung spricht.

Er verkauft die bunten Kostüme inzwischen in der achten Session. Was er den Rest des Jahres macht? "Da bin ich Geschäftsführer eines Bauunternehmens in Köln. Also eine ganz andere Branche", erzählt der 39-Jährige, der selbst gerne Karneval feiert. Die kölsche Variante hat es ihm besonders angetan. Und Karneval ohne Kostüm? "Das geht gar nicht", sagt er. Doch nicht nur Blümchen, Schlaghosen und Brillen mit "Peace"-Zeichen sind diesmal gefragt. "Was es in dieser Session zum ersten Mal gibt, sind sogenannte Steampunk-Kostüme", sagt Verena Massaad.

Dabei handelt es sich um eine kulturelle Strömung aus den 1980er Jahren, die sich insbesondere durch einen dunklen, leicht altmodisch wirkenden Kleidungsstil auszeichnet. "Die Kostüme sind sehr aufwendig und daher eher etwas für Menschen, die sich bei ihrer Verkleidung große Mühe geben wollen und bereit sind, auch mal mehr als 100 Euro zu zahlen", erzählt ihr Mann Gregorio, dessen Lieblingskostüme immer einen Bezug zur Karnevalsstadt Köln haben. Ins Outfit "Mädche us Kölle" ist etwa die Jüchenerin Romina Peters geschlüpft. Dazu zählen bei Frauen gestreifte Strumpfhosen, ein Rock und glänzende "Chucks". "Das ist ein Dauerbrenner, der jedes Jahr im Trend liegt", betont Kostüm-Experte Massaad.

Komplette Verkleidungen mit Basis-Stoffteilen und Zubehör kosten bei ihm zwischen 20 und 150 Euro. "Manche wollen etwas Hochwertiges für mehrere Sessionen. Andere suchen einfache und kostengünstige Kostüme. Viele entscheiden sich dann für Tier-Overalls." Ein Klassiker: Der Overall zum Reinsteigen im Raubkatzen-Look. Der ist mollig-warm, flauschig - und lässt sich im Handumdrehen an- und ausziehen. Etwas komplizierter ist das schon beim Steampunk-Kostüm, das nur dann wirklich gut aussieht, wenn alle Teile perfekt sitzen. Deshalb sollten interessierte Karnevalisten unbedingt fachmännische Beratung hinzuziehen und sich auch bei der Anprobe Zeit lassen. Trotzdem: Wer noch kein Kostüm hat und den Karneval gebührend feiern will, sollte sich bald nach einem Kostüm umsehen - denn Altweiber fällt dieses Jahr schon auf den 4. Februar.

Quelle: NGZ
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