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Grevenbroich
Der Fuchs-Filmer aus Langwaden

Grevenbroich: Der Fuchs-Filmer aus Langwaden
FOTO: M. reuter (links)/H. Sütsch
Grevenbroich. Helmut Sütsch (59) verbringt viele Stunden im Wald: Er ist auf Motivsuche und filmt den Alltag von Fuchs, Dachs, Eisvogel und Co. Ein Erfolg für den Autodidakten: In Sendungen wie "Löwenzahn" wurden seine Videos bereits gezeigt. Ein Film, der ihm noch fehlt: die Paarung der Füchse. Von Daniela Buschkamp

Langwaden Ranzzeit für den Rotfuchs – das ist Filmzeit für den Langwadener Helmut Sütsch (59): Wenn der Fuchs im Januar eine Partnerin zwecks Familiengründung sucht, dann packt Sütsch Videokamera, Tarnzelt und Proviant in sein Allrad-Auto und begibt sich auf Motivjagd. "Ich wollte immer schon Füchse bei der Paarung filmen. Das ist extrem schwierig. Sogar Förster oder Jäger, die ich kenne und sich oft im Wald aufhalten, haben dies noch nicht beobachtet", erzählt der Hobby-Tierfilmer mit TV-Erfahrung. Diese Lücke will er jetzt schließen.

Der scheue Rotfuchs ist der Film-Star für Helmut Sütsch. "Tiere in Afrika zu filmen – das hat mich nie gereizt", erzählt er. "Mich fasziniert die heimische Tierwelt." Neben seinem Favoriten hat Sütsch den Alltag anderer Wald- und Wiesenbewohner festgehalten: ob der schillernde Eisvogel am See, scheue Hirsche oder junge Füchse, die vor dem Bau herumtollen. All' diese Tiere hat Helmut Sütsch stundenlang beobachtet: "Oft bin ich acht, zehn Stunden im Wald – für einige Minuten Film."

Tiere zeigen, die man als Spaziergänger nicht oder nur flüchtig sieht – das ist ein Ziel, das Helmut Sütsch verfolgt: "So erfahren etwa Kinder mehr über Füchse." Mehrfach wurden seine Arbeiten gezeigt – etwa im WDR oder in der Kindersendung "Löwenzahn". In der "Aktuellen Stunde" war unter dem Titel "Der mit dem Fuchs tanzt" ein Porträt von Helmut Sütsch zu sehen. Natürlich drehte es sich darum, wie der Langwadener die Fährte des Jägers mit der spitzen Nase und dem buschigen Schwanz aufnimmt.

Der Kontakt des Hobbyfilmers zum Fernsehen besteht unverändert – zu den interessanten Filmprojekten gehört ein Porträt über "Füchse in der Stadt". "Dazu habe ich auf Friedhöfen in Köln gedreht. Viele Füchse haben sich Großstädten einen neuen Lebensraum gesucht", so seine Erfahrung. Hier könnten sie meist unbehelligt überleben – und würden sich etwa von dem Futter ernähren, dass Menschen für heimatlose Katzen vor die Tür stellten.

Vor rund 32 Jahren entdeckte der kaufmännische Angestellte seine Leidenschaft für Tiere und speziell für Füchse – auf unterschiedlichen Wegen stillte Helmut Sütsch seine Neugier: Er las Fachbücher und nahm die Spur des scheuen Waldbewohners auf, zunächst mit einer Fotokamera. "Auch wenn ich manches ungewöhnliche Motiv festgehalten habe: Irgendwann wünschte ich mir Dokumente, die mehr Bewegung zeigten." Sütsch wechselte das Medium: erst auf 16-Millimeter-Kamera, dann auf Videokamera. Während ihn der zeitaufwendige Dreh selbst begeistert, ist er beim Schneiden des Films weniger geduldig: "Zu wenig Bewegung."

Dann lieber gut getarnt in den Wald und auf ein Rendezvous der Füchse hoffen. Aber nicht, ohne auf die Windrichtung zu achten: "Sonst wittert mich der Fuchs."

Quelle: NGZ
 
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