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Grevenbroich
Der Kardinal im Langwadener Kloster

Grevenbroich. Der neue Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eröffnete gestern bei den Zisterziensern das vom Papst ausgerufene Jahr der Orden. In Langwaden traf er auf Vertreter der insgesamt neun Ordensgemeinschaften im Rhein-Kreis Neuss. Von Wiljo Piel

Adventliche Kaffeezeit-Stimmung herrschte gestern in Langwaden. Subprior Frater Franziskus Eberl und seine Zisterzienserbrüder ließen Kuchen servieren, als der neue Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Nachmittag im Stefanssaal mit den Ordensleuten aus dem Kreisdekanat zusammentraf. Prior Bruno Robeck war wegen eines wichtigen Termins entschuldigt: Er feierte in Berlin den Geburtstag seiner Mutter.

Papst Franziskus hat das weltweite Jahr der Orden ausgerufen. Es begann am gestrigen ersten Adventssonntag und wird am 2. Februar 2016 enden, am "Tag des geweihten Lebens". Zur Eröffnung des Ordensjahres im Erzbistum Köln war Kardinal Woelki nach Langwaden gekommen, dem einzigen Mönchskloster in der Erzdiözese. Gemeinsam mit den Zisterziensern, den Augustinerinnen aus Neuss, den Spiritanern aus Knechtsteden und den sechs anderen Ordensgemeinschaften, die im Rhein-Kreis Neuss beheimatet sind, nahm er zunächst an der Non, dem Nachmittagsgebet, teil. Begleitet wurde er von Kreisdechant Monsignore Guido Assmann.

In der Klosterkapelle erinnerte Kardinal Woelki an die Hintergründe des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres. "Er möchte damit allen Ordenschristen eine Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, ihnen die Wertschätzung der gesamten Kirche entgegen bringen", sagte der Erzbischof. Er selbst sei sehr dankbar für das Dasein der Ordensleute. Nicht nur, weil sich die Frauen und Männer darauf eingelassen hätten, "den Weg mit Gott zu wagen und in der Nachfolge Jesu zu leben". Vielmehr bedankte sich der Kardinal auch für ihren vielfältigen karitativen Dienst und die Zeit, die sie den Menschen schenken würden.

Wie der Erzbischof von Köln unterstrich, biete das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr auch die Gelegenheit, die eigene Berufung zu stärken und sie mit "neuer Liebe und Freude zu erfüllen". Nicht zuletzt drückte er im Rahmen des Nachmittagsgebetes seine Hoffnung aus, dass der Jahrhunderte alte Ordensstand eine Zukunft haben wird. Dafür werde er beten.

Im Anschluss traf sich der Erzbischof mit den Ordensleuten aus dem Rhein-Kreis zu einem Gespräch am Kaffeetisch. Zu den Gästen zählte auch Bertram Graf von Nesselrode, der Hausherr der historischen Klosteranlage.

Langwaden war die dritte und letzte Station des neuen Kölner Erzbischofs bei seinem Antrittsbesuch im Kreisdekanat. Zuvor war er auf dem Neusser Weihnachtsmarkt mit offenen Armen empfangen worden. "Es ist wieder einmal ein Nachhausekommen für mich", sagte der entspannt wirkende Kardinal auf dem gut besuchten Münsterplatz. Neuss sei ihm mit am vertrautesten in der Diözese, der er seit September vorsteht. Immerhin trat er vor rund 30 Jahren eine Stelle als Kaplan an St. Marien an, später war er jahrelang als Weihbischof auch für das Kreisdekanat zuständig.

Schon früh am Morgen war Kardinal Woelki im Dormagener Raphaelshaus, einer katholischen Jugendhilfeeinrichtung, zu Gast. Er frühstückte dort mit Jungen, die sich sozial engagieren und alljährlich eine Sternsinger-Gruppe bilden.

Quelle: NGZ
 
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