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Grevenbroich
Der Promi-Schrottplatz

Grevenbroich: Der Promi-Schrottplatz
Das Ehepaar Dirk und Heike Drossard mit Freddy Schenk (Dietmar Bär, l.) und Max Ballauf (Klaus Behrendt). Die beiden Tatort-Kommissare haben auch schon auf dem Schrottplatz im Industriegebiet Ost ermittelt. FOTO: D. Staniek
Grevenbroich. Die Autoverwertung von Dirk und Heike Drossard wird immer wieder zur Film-Kulisse. Bekannte Schauspieler geben sich dort die Türklinke in die Hand. Warum das so ist, dass wissen die beiden Firmeninhaber selbst nicht so genau. Von Jascha Huschauer

Der Alltag von Dirk Drossard (47) besteht darin, Autos abzuholen, sie auszuschlachten und die Reste zu verschrotten. Doch alle paar Monate fällt plötzlich eine Horde von Menschen über seine rund 4500 Quadratmeter große Autoverwertung herein. Manchmal wird dann sogar die Zeppelinstraße gesperrt, an der sein Geschäft liegt.

Am Montag war es wieder so weit. 50 Mitarbeiter bauten den Schrottplatz im Industriegebiet Ost einen Tag lang zum Filmset um. Einige Szenen der ARD-Serie "Rentnercops" wurden dort gedreht. Kameras, Stative, Mikrofone und kleine Schienen waren im Einsatz. Schon im Mai war die Sat1-Serie "Einstein" mit Tom Beck und Martin Semmelrogge für zwei Tage zu Gast. Damals stand der Betrieb bei Dirk Drossard sogar zwei komplette Tage still.

Er war natürlich auch schon da: Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling. FOTO: Staniek

Es ist nicht das erste Mal für den 47-Jährigen. "Angefangen hat alles mit Horst Schlämmer", erinnert er sich. Die Kunstfigur von Hape Kerkeling führte vor zehn Jahren ein Interview mit Drossard. "Die hatten den Schrottplatz zufällig gesehen und fanden es lustig, dass ein Auto über dem Eingang hängt", sagt der 47-Jährige. Das Interview über die Lage des deutschen Mittelstandes ist bis heute bei YouTube zu finden. Ob sie in einer Kartei für Filmsets landeten, oder es über Mundpropaganda lief, weiß der Unternehmer nicht genau. Fest steht: Weitere Produktionsfirmen wurden auf "Autoteile Drossard" aufmerksam.

Dirk Drossard hat den Betrieb 2003 von seinem Vater übernommen. Der hatte die Firma 1968 zunächst am Bahnhof gegründet und war 1976 ins Industriegebiet gezogen. Heute betreibt Dirk Drossard den Schrottplatz zusammen mit seiner Frau Heike (44). Der 47-Jährige hat zwei Meisterbriefe - einen für Kfz-Technik und einen für Karosserie- und Fahrzeugbau. Neben dem Ausschlachten von Fahrzeugen kann er also auch Reparaturen durchführen.

Auch die Dreharbeiten sind ein kleiner Nebenverdienst. Schließlich zahlen die Produktionsfirmen eine Aufwandsentschädigung. Als der Kölner Tatort vorbeikam, wurde das Ehepaar sogar eingebunden. "Ich musste auf einem Bagger sitzen", sagt Dirk Drossard. Und seine Frau erzählt: "Ich hatte eine Sprechrolle. Ich musste laut ,Stopp' rufen." Für die Folge "Ihr Kinderlein kommet" ermittelten die Kommissare Ballauf und Schenk einen Tag lang auf dem Gelände. "Die Schauspieler sind immer total nett", sagt Heike Drossard, "die kommen auf einen zu und fragen auch ganz interessiert."

Beim ersten Dreh war sie noch überrascht, wie aufwendig die Produktion ist. "Da kommen einfach so viele Leute und laufen hier rum", sagt sie. Außerdem werde jede Szene fünf bis zehn Mal wiederholt. Nicht, weil die Schauspieler ihren Text nicht können, sondern weil so viele unterschiedliche Kameraperspektiven benötigt werden. "Und dann drehen die hier den ganzen Tag und am Ende werden da drei Minuten in der fertigen Sendung draus", sagt die 44-Jährige. Trotzdem erkennen Kunden und Freunde den Betrieb wieder. "Wir werden da immer ganz begeistert drauf angesprochen", sagt Heike Drossard.

Quelle: NGZ
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