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Serie Der Ehrenamtler
Der Seelsorger für den letzten Weg

Serie Der Ehrenamtler: Der Seelsorger für den letzten Weg
Herbert Renner kümmert als Begräbnisseelsorger ehrenamtlich um Beerdigungen. Außerdem leitet er Gottesdienste in der Kirche St. Andreas und in der Niederrhein-Klinik. FOTO: Detlef Ilgner
Grevenbroich. Herbert Renner engagiert sich ehrenamtlich in den fünf Korschenbroicher Kirchengemeinden. Als Begräbnisseelsorger erlebte der 81-Jährige schon rund 200 Beerdigungen. Außerdem hält er Wortgottesdienste in der Pfarre St. Andreas. Von Rudolf Barnholt

Korschenbroich Herbert Renner ist 81 Jahre alt. Der gebürtige Duisburger fühlt sich noch fit genug, um sich ehrenamtlich einzubringen. In der Kirchengemeinde findet der Katholik, der bereits als Kind Messdiener war, seit Jahren ein Betätigungsfeld, das ihm sehr viel gibt und sehr viel bedeutet.

Es war der Job, der ihn 1969 von Duisburg nach Kleinenbroich führte. Herbert Renner arbeitete als Verkaufsleiter bei einem Reinigungsunternehmen. 1992 übernahm er in seiner Wahlheimat sein erstes Ehrenamt: Er wurde Lektor und Kommunionhelfer in der Pfarre St. Pankratius Glehn. Weitere, zum Teil sehr herausfordernde Aufgaben, sollten im Laufe der Jahre hinzukommen. Im Jahre 2002 verstarb seine Frau an Krebs - sie hatte ihn stets ermuntert, sich ehrenamtlich einzubringen, weil sie merkte, wie sehr ihm diese Aufgaben gefielen, die er sich da aussuchte. Mittlerweile lebt Herbert Renner in Korschenbroich und hat rund 200 Meter von seiner Wohnung entfernt vor kurzem ein weiteres Ehrenamt angenommen.

Doch immer der Reihe nach: 1996 wurde er in der Pfarrgemeinde St. Dionysius tätig, war dort im Pfarrgemeinderat und später im Kirchenvorstand. In dieser Funktion trat er auch als Abgesandter beim Kirchenbauverein auf. Im Mai 1999 wurde Herbert Renner Wortgottesdienst-Leiter an St. Dionysius und hielt zehn Jahre lang einmal monatlich auch einen Wortgottesdienst im Haus Tabita. Vor ziemlich genau zehn Jahren übernahm er dann ein besonders anspruchsvolles kirchlichen Ehrenamt, das ihn wohl am meisten fasziniert und herausfordert, und auf das er anderthalb Jahre lang gründlich vorbereitet worden war: Das Ehrenamt des Begräbnisseelsorgers. Herbert Renner erinnert sich: "Ich hatte zunächst Pfarrer Thomas Wieners und später Frank-Josef van de Rieth begleitet." Zu den Vorbereitungen gehörte auch der Besuch bei einem Beerdigungsinstitut.

Renner merkte, dass ihn diese Aufgabe interessieren und keinesfalls überfordern würde. "Für diese schwere Aufgabe wünsche ich Ihnen Gottes Segen", hatte ihm der damalige Bischof Heinrich Mussinghoff geschrieben. Nach zehn Jahren und beinahe 200 Beerdigungen zieht der rüstige 81-Jährige eine durch und durch positive Bilanz: Die Begräbnisse hätten ihn angerührt und bereichert. Er überlässt dabei nichts dem Zufall, sammelt im Gespräch mit den Hinterbliebenen Informationen über die Verstorbenen, wählt dann entsprechende Psalmen und Kirchenlieder aus - und die passenden Worte. "Ich freue mich, wenn die Angehörigen mir sagen, dass ihnen die Beisetzung gefallen hat", sagt Herbert Renner.

Der Begräbnisseelsorger für alle fünf Gemeinden der "Gemeinschaft der Gemeinden Korschenbroich" und Wortgottesdienst-Leiter an St. Andreas hat vor einigen Monaten eine weitere Aufgabe unweit seiner Wohnung übernommen: "Ich assistiere dem Klinikseelsorger Manfred Schmitz bei seinen Wortgottesdiensten in der Niederrhein-Klinik und halte dort auch eigene Gottesdienste", sagt Renner. Sein Credo lautet: "Es ist unbedingt empfehlenswert, sich ein Ehrenamt zu suchen. Dies im kirchlichen Bereich zu tun, bedeutet auch eine Entlastung der Priester." Kein Wunder, dass er an Aufhören nicht denkt.

Quelle: NGZ
 
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