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Grevenbroich
Der Tagebau und seine Geisterdörfer - eine Chronologie

Die Tagebaue Garzweiler I und II haben in den vergangenen 50 Jahren 16 Dörfer und Weiler geschluckt. Mehr als 11.000 Menschen mussten umgesiedelt werden. Von Christina Rentmeister

Garzweiler I

1. Reisdorf Einer der ersten Orte, die leergezogen wurden, war der Weiler Reisdorf, der in der Nähe von Gustorf lag. Die 69 Bewohner zogen um.

2. Morken-Harff und 3. Omagen Ebenfalls in den 60ern wurden die Bewohner von Morken-Harff und des Weilers Omagen umgesiedelt - ins benachbarte Kaster.

4. Elfgen Das Dorf wurde in den 1970er Jahren nach Neu-Elfgen umgesiedelt. Die alte Kirche wurde erst in den 1980er Jahren abgerissen.

5. Schloss Harff Das aus einem mittelalterlichen Schloss entstandene Anwesen wurde 1972 gesprengt.

6. Belmen 1980 fand die Umsiedlung nach Neu-Elfgen statt. 7. Königshoven Das Dorf siedelte Ende der 1970er Jahre in die Nähe von Kaster um. Das neue Königshoven liegt etwa sieben Kilometer von dem ursprünglichen Ort entfernt.

8. Garzweiler 1984 begann die Umsiedlung. 60 Prozent der Bevölkerung von Alt- zog nach Neu-Garzweiler. Alle verlassenen Gebäude wurden direkt abgerissen.

9. Priesterath Das Straßendorf lag an der Strecke zwischen Garzweiler und Jüchen. In den Jahren 1984 bis 1989 siedelten die Bewohner um.

10. Stolzenberg Wie mit dem Dorf Priesterath wurde mit Stolzenberg verfahren. In Jüchen gibt es daher ein Wohngebiet "Stolzenberg".

Garzweiler II

Zu Beginn der 1990er Jahre lebten rund 7600 Menschen in 13 Dörfern im Gebiet von Garzweiler II. Derzeit läuft die Umsiedlung von weiteren 1850 Menschen aus Pesch, Lützerath, Immerath und Borschemich. Weitere 1600 folgen mit Keyenberg und den Nachbardörfern.

11. Otzenrath Mehr als 2400 Einwohner von Otzenrath, Spenrath und Holz hatten sich für einen neuen Wohnort entschieden. 2007 war der Prozess abgeschlossen. 12. Holz Seit 2011 wird auf dem Gebiet von Holz Braunkohle abgebaut. Die Umsiedlung nach Neu-Holz lief zwischen 2000 und 2006.

13. Spenrath Der Jüchener Ort ist seit dem Jahr 2012 komplett entvölkert. 2013 folgte der Abriss des letzten Gebäudes, eines Gutshofes.

14. Pesch Die Bewohner von Pesch sind teils in das Neubaugebiet Pescher Kamp in Kückhoven gezogen. Eine geschlossene Umsiedlung fand nicht statt. 2014 rückten die Abrissbagger für die letzten Häuser an. 15. Lützerath Seit 2006 wird der Weiler umgesiedelt - nach Immerath (neu). Ab 2017 wird Braunkohle abgebaggert.

16. Immerath Die Umsiedlung der 1400 Immerather wird bald abgeschlossen sein. Nur noch wenige Gebäude stehen.

17. Borschemich Die 109 Jahre alte Martinuskirche ist bereits abgerissen worden. Und im neuen Ort wohnen auch schon die meisten Borschemicher. Ihre alte Heimat weicht dem Braunkohleabbau bis 2017 gänzlich.

18.-22. In den kommenden Jahren werden noch Berverath, Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich und Unterwestrich umgesiedelt. Auf die Umsiedlung von Holzweiler will die Landesregierung verzichten.

Quelle: NGZ
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