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Grevenbroich
Der Taxifahrer und die Terroristen

Grevenbroich: Der Taxifahrer und die Terroristen
Lothar Birkner ist Taxifahrer und Schriftsteller. Sein Debüt-Roman trägt den Titel "Gott aber schweigt". FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Der Elsener Autor Lothar Birkner greift in seinen Büchern aktuelle Themen auf - und fährt selbst Taxi. Von Carsten Sommerfeld

Beim Taxifahren hat Lothar Birkner (67) immer ein paar Bücher im Auto. Er liest nicht nur viel, er schreibt auch - Polit-Thriller mit Terroristen, Geheimdiensten, Entführungen, aktuellen Konflikte, und mit Taxifahrern. Mit 66 Jahren hat der Elsener seine ersten beiden Romane veröffentlicht, das dritte Buch ist in Arbeit. "Eigentlich hatte ich schon immer die Idee zu schreiben, doch die Zeit fehlte", erzählt der Autor, der seine Bücher selbst veröffentlicht. Birkner hat viel erlebt. Der gebürtige Dortmunder begann Theologie zu studieren, wechselte bald zu Geschichte und Philosophie, begann später eine kaufmännische Ausbildung.

Er war Leiter einer Finanzabteilung, und er war selbstständig. Später wurde er Taxifahrer, auch im Ruhestand chauffiert der 67-Jährige aushilfsweise Fahrgäste. "Ich habe dabei relativ viel Freiheit und Abwechslung, lerne interessante Menschen kennen." Und er hat nun Zeit zum Schreiben. "Gott aber schweigt" heißt sein Debüt-Roman mit brandaktuellem Hintergrund. Eine Terroristen-Gruppe plant einen Anschlag auf ein belgisches Kraftwerk, will dafür einen Ingenieur entführen - und benutzt dazu Taxifahrer "Bruno". Der verschwindet ebenfalls, seine Frau und Kolleginnen gehen auf die Suche.

"Ortskundige erkennen, dass die Handlung in Grevenbroich und Umgebung spielt", sagt Birkner. Bruno wird im vor dem Abriss stehenden "Geisterort" Immerath festgehalten. Oft vielschichtige Charaktere mit Brüchen im Leben stellt Birkner dar, etwa Brunos Freund Martin, der früher bei der RAF aktiv war, sich Al-Kaida anschloss, dann auf Distanz geht. Im zweiten, im Winter veröffentlichten Roman "Die Macht des Schicksals" versucht "Bruno" einem Israeli zu helfen, der an Biowaffen geforscht hat und nach seinem Ausstieg gejagt wird.

Lothar Birkner hat noch mehr vor. Für den US-Markt hat er eines seiner Bücher selbst übersetzt, nun müssen noch Lektoren Hand anlegen. Sein drittes Buch ist in Arbeit. Freunde im Internet entwerfen die Cover, "ich bin gut vernetzt", sagt er. Seine Bücher sind als E-Book und gedruckt über Amazon erhältlich und liegen in einigen Buchläden.

Quelle: NGZ
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