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Grevenbroich
Der Trekkie aus Kapellen

Grevenbroich: Der Trekkie aus Kapellen
Heuser traf Schauspieler William Shatner (l.), der "Captain Kirk" in "Raumschiff Enterprise" spielte, auf einer Convention. FOTO: Staniek Dieter
Grevenbroich. Thomas Heuser geht in seiner Wohnung ein paar Treppenstufen hinab und öffnet eine Tür. Plötzlich ertönt ein Zischen, wie es Lkw-Druckluftbremsen an Ampeln von sich geben. Das charakteristische Zischen rührt von einer kleinen Box, die neben der Tür hängt und das Türöffner-Geräusch des Raumschiffs "Enterprise" imitieren soll. Von Markus Plüm

Denn hinter der Tür wartet kein Lkw, sondern Heusers Privatmuseum. Hier bewahrt der 54-jährige Kapellener seine Heiligtümer auf, die er in mühevoller Kleinstarbeit in den vergangenen 30 Jahren zusammengesammelt hat - hier steht Heusers "Star Trek"-Sammlung. Unzählige Videokassetten und DVDs mit allen Staffeln der Serien, Filme, Bücher, Masken, Fotos, Autogramme, Spielzeuge wie Faser und Actionfiguren - teils noch originalverpackt. Über einem Fernseher baumelt eine der typischen Uniformen, fein säuberlich auf einem Bügel drapiert.

"Schon in meiner Jugend war ich von Science-Fiction fasziniert, mein Vater hatte mich dazu gebracht", erzählt Heuser. Als er in die Schule kam, liefen gerade die ersten Folgen der sogenannten Classic-Reihe. "Da habe ich ab und zu eine von gesehen. In meiner Jugend hat sich die Begeisterung dann gefestigt." Zu dieser Zeit waren bereits drei Staffeln mit insgesamt 78 Folgen erschienen. Aber so richtig ernst wurde es Heuser erst mit den Folgen der Reihe "Star Trek: The Next Generation", die 1987 anlief. "Davon habe ich fast alle Folgen gesehen, insgesamt sieben Staffeln. Damals habe ich dann hier in der näheren Umgebung mehrere Conventions besucht und darüber dann angefangen zu sammeln. Erst kleinere Sachen, mit der Zeit aber immer mehr."

Teilweise gehören auch Raritäten zu Heusers Sammlung, die er durch Internetfunde regelmäßig erweitert. FOTO: Staniek Dieter

Die Faszination der "Star Trek"-Reihe macht Heuser an zwei Dingen fest. "Zum einen haben die Macher Visionen gehabt. Beispielsweise die Kommunikatoren, mit denen sich die Charaktere verständigt haben - heute gibt es Smartwatches, das ist nichts anderes." Es ist aber auch die Botschaft der Serie, die er schätzt: "Dort wird Völkerverständigung gelebt. Klingonen, Vulkanier und viele weitere kämpfen für die gleiche Sache." Davon könnte sich die reale Welt vielleicht die ein oder andere Scheibe abschneiden.

Im wahren Leben arbeitet der Kapellener Trekkie als Schichtarbeiter in der Produktion von Alunorf in Neuss. Doch sobald er zu Hause ist, setzt er sich an seinen PC und durchforstet das Internet nach weiteren Schätzen - die Sammlung will schließlich erweitert werden. "Wenn ich schätzen muss, habe ich so in etwa 8000 bis 10.000 Euro hier hineingesteckt." Teilweise hat er in Raritäten investiert, die auf dem freien Markt gar nicht mehr zu bekommen sind, etwa ein Telefon. Hängt bei derartigen Summen nicht irgendwann der Haussegen schief? "Meine Frau lässt mich machen, die hat damit gar nichts am Hut. Ich darf mein Hobby ausleben", erzählt der 54-Jährige.

Thomas Heuser ist "Star Trek"-Fan seit seiner Jugend. Vor 30 Jahren kam eine Sammelleidenschaft hinzu. Dazu gehören auch mehrere Enterprise-Uniformen sowie Spielzeugpuppen. FOTO: Staniek

Das wird er auch heute und morgen in Bonn tun. Im dortigen Maritim-Hotel findet seit gestern die "Fedcon", die deutsche Science-Fiction-Convention, statt. Heuser macht sich gemeinsam mit einem Freund auf den Weg, um vor Ort die Stars der Szene zu treffen sowie neue Stücke für seine Sammlung zu ergattern. Vielleicht entdeckt er ja ausgerechnet einen der Schätze, den er seiner Sammlung unbedingt noch hinzufügen möchte. "Ich träume von einem Flipper-Automaten von 1978. Das wäre toll."

Sollte nichts daraus werden, würde Heuser im Internet weitersuchen und sich an dem erfreuen, was er bereits besitzt. "Ich habe noch längst nicht alle Folgen gesehen, da habe ich noch etwas nachzuholen."

Quelle: NGZ
 
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