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Grevenbroich
Die Awo sucht noch Flüchtlingspaten

Grevenbroich: Die Awo sucht noch Flüchtlingspaten
Für ihre Integrations-Deutschforder- und -förderkurse für Flüchtlinge sucht die Arbeiterwohlfahrt noch ehrenamtliche Unterstützer für die Dozenten. FOTO: L.Berns
Grevenbroich. Obwohl die Awo immer mehr Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Flüchtlinge anbietet, herrscht weiter Bedarf an zusätzlichen Ehrenamtlern. Sie sollen den Flüchtlingen beim Deutschlernen und bei der Alltagsbewältigung helfen. Von Gundhild Tillmanns

Gut angelaufen ist die Initiative der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit ehrenamtlichen Flüchtlingspaten: "Wir haben schon einen netten Stamm von sechs Paten, die im Einsatz sind. Aber wir suchen auch weiterhin immer noch neue Paten", betont Inken Kollmann, die bei der Awo die Initiative koordiniert. Die ersten Paten, vier Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 60 und 65 Jahren, helfen laut Kollmann jetzt Flüchtlingen in den Deutschkursen der Awo vorwiegend beim Lesenlernen. Dazu kämen bei Bedarf aber auch Hilfestellungen im Alltag: "Mal geht es dabei um die Wohnungssuche, ein anderes Mal wurde Kinderkleidung beschafft", nennt sie Beispiele.

Die Paten, die übrigens auch jünger sein dürfen, allerdings das 18. Lebensjahr vollendet haben sollten, bestimmen die Stunden, die sie tätig sein möchten, selbst. Die meisten begleiten laut Kollmann zweimal in der Woche "ihre" Flüchtlinge zu den Deutschkursen, helfen ihnen im Unterricht und sitzen anschließend noch zur Klärung weiterer Fragen und Hilfeleistungen zusammen. Ob darüber hinaus auch schon so etwas wie private Hilfsbeziehungen erwachsen seien, wisse sie zwar noch nicht: "Wir wollen die Paten aber bald einladen, um ihnen zu danken und ihre ersten Erfahrungen abzufragen", kündigt Kollmann an.

Das Patenmodell ist ein wichtiger Bestandteil des Förderkonzeptes der Awo Niederrhein, zu dem mittlerweile 20 Deutschkurse gehören, die fast alle in Grevenbroich stattfinden. Ein steigender Bedarf bestehe bei den Flüchtlingen nach Alphabetisierungs- und insbesondere nach "Zweitschriftlernkursen", berichtet die Awo-Mitarbeiterin. Denn vor allem die vielen Flüchtlinge aus Syrien beherrschten nicht die lateinischen Schriftzeichen: "Und das hat nichts mit der Bildung zu tun," betont Kollmann. Es gebe im Gegenteil sogar viele sehr bildungsbewusste Flüchtlinge, für die die Awo deshalb auch Kurse mit besonderen An- und Herausforderungen anbiete. "Einer dieser Kurse ist vor Kurzem sogar in der Uni Düseldorf gewesen und hat ein Gespräch mit dem Dekan geführt. Und ein Schüler aus diesem Kurs wird jetzt sogar zur Studienvorbereitung in die Uni gehen", freut sich Kollmann. Während bis zu 25 Teilnehmer in die Integrationskurse aufgenommen werden dürften, werde die Zahl bei den Forder- und ebenso bei den Förderkursen auf zehn Personen begrenzt, sagt Kollmann. Und in den Förderkursen für die Schwächeren gehe es beispielsweise auch oft darum, die Flüchtlinge auf die Prüfungen zu den einzelnen Kursusmodulen gesondert vorzubereiten. Und da schließt sich der Kreis, denn auch dabei sind Paten wiederum die gesuchten Begleiter und Unterstützer.

Wer Flüchtlingspate oder -patin werden möchte, kann sein Interesse zunächst bei der Awo bekunden. Es wird dann zu einem Gespräch eingeladen. Ein erweitertes Führungszeugnis muss beigebracht werden. Die Awo schließt auch für diese Ehrenamtler eine Unfall- und Haftpflichtversicherung ab. Die Orte der Deutschkurse sind alle innerorts leicht zu erreichen.

Quelle: NGZ
 
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