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Grevenbroich
Die Bauchtanz-Pionierin aus Grevenbroich

Grevenbroich: Die Bauchtanz-Pionierin aus Grevenbroich
Lichter, Schleier, Trommelsolo: "Orientalische Tanz ist heute unglaublich vielfältig", sagt Irmgard Linden. FOTO: I. Linden
Grevenbroich. Seit 25 Jahren unterrichtet Irmgard Linden in den Räumen der AWO orientalischen Tanz. Ihre Schülerinnen sind zwischen 15 und 70 Jahre alt. Im April steht wieder eine große Tanzshow an. Von Julia Hagenacker

Becken kreisen langsam, Oberkörper drehen sich, Hände zwirbeln imaginäre Spiralen in die Luft. Sogar im Neonlicht des Gymnastiksaals in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sieht das irgendwie exotisch aus. Für Irmgard Linden ist orientalischer Tanz aber viel mehr als nur eine bestimmte, sehr sinnliche Art der Bewegung. Wenn sich die 58-Jährige fürs Training das üppig mit klitzekleinen Troddeln bestickte Tuch um die Hüften schlingt und die ersten exotischen Klänge durch den Raum wabern, dann schlüpft die Grevenbroicherin in eine andere Haut - in die von Samira-al-Samra. "Wenn ich tanze, werde ich zu einer selbstbewussten Frau", sagt sie. "Eine Frau, die sich gut fühlt, so wie sie ist - auch mit ein paar Pfunden mehr auf den Hüften. Mit dem Tanz wächst mit der Zeit das Selbstbewusstsein."

Jetzt muss man sagen: Irmgard Linden war eine Pionierin des orientalischen Tanzes in Grevenbroich. Seit 25 Jahren bringt sie Frauen jeden Alters diese spezielle Kunstform bei. "Die jüngste Tänzerin in meinen Kursen ist 15, die älteste über 70 Jahre alt", sagt die Bauchtanzlehrerin. "Früher habe ich auch eine Kindergruppe unterrichtet, aber dafür fehlt mir wegen meines Berufes mittlerweile die Zeit."

"Orientalischer Tanz ist ein ideales Fitnesstraining", sagt Irmgard Linden. "Der ganze Körper kommt in Schwung." FOTO: Sven Hohenberg

Auf ihr Hobby gestoßen ist die Grevenbroicherin damals selbst über ein AWO-Kursangebot. Sie belegte einige Seminare und schloss später eine zweijährige Fortbildung im Tanzhaus NRW in Düsseldorf an. "Damals war orientalischer Tanz noch etwas ganz Besonderes", erzählt Linden. "Mittlerweile ist die Szene gewachsen. Es gibt unzählige Abwandlungen und Unterformen." Die 58-Jährige unterrichtet fast alle, vom klassischen orientalischen Tanz über Folklore bis hin zu "Bollywood". "Heute wird viel mehr Wert auf die Technik gelegt", sagt Linden. "Der sportliche Aspekt überwiegt bei Weitem."

Das augenscheinlich wichtigste Utensil beim Tanzen ist an diesem Abend das Tuch. Die Frauen tragen es über langen farbigen Röcken oder - wie ihre Lehrerin - einfach über der schwarzen Gymnastikhose. Die Finger bewegen sich grazil und die Schritte sind zart. "Orientalischer Tanz ist anmutig und verführerisch - und von Kopf bis Fuß ein ideales Fitnesstraining", sagt Irmgard Linden. "Der ganze Körper kommt in Schwung und man bekommt eine andere Haltung: gerader, besser, selbstbewusster - und das strahlt man auch aus." Alle zwei Jahre - seit 2000 - zeigen Linden und ihre Schülerinnen bei einem großen Tanzabend, wie dieses Selbstbewusstsein auf der Bühne wirkt. Der nächste ist für den 9. April geplant. "Wir sind etwa 45 Tänzerinnen und werden für eine tolle Show sorgen", sagt die Grevenbroicherin. "Für einen Kurztrip in den Orient, sozusagen."

Quelle: NGZ
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