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Serie Menschen Auf Schloss Dyck
Die Heinzelmännchen von Schloss Dyck

Serie Menschen Auf Schloss Dyck: Die Heinzelmännchen von Schloss Dyck
Die Reinigungskraft Nadja Goertz gehört zu den fleißigen Heinzelmännchen, die auf Schloss Dyck vom Boden bis zum Kronleuchter alles schön sauber halten. FOTO: LBer
Grevenbroich. Nadja Goertz gehört zu den Mitarbeiterinnen, die im Hintergrund arbeiten und dafür sorgen, dass alles glänzt. Jeden Montag steht eine Grundreinigung auf dem Plan. Zur Routine zählt für sie die Reinigung des alten Parkettbodens im Hochschloss. Von Christian Kandzorra

dyck Die Fenster putzen und den Parkettboden polieren - das sind die Dinge, die in normalen Haushalten gerne auch mal aufgeschoben werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Das sind die Arbeiten, die wirklich Arbeit machen und deshalb oft hinten anstehen. Nadja Goertz und ihr Team können sich nicht drücken. Als Reinigungskräfte müssen sie fast jeden Tag ran und bringen das historische Wasserschloss und zusätzlich einige andere Gebäude auf dem Areal binnen weniger Stunden auf Hochglanz - so, dass die Glasteile frei sind von Fingerabdrücken und der Parkettboden wie frisch verlegt aussieht. Viele denken kaum darüber nach, dass es Menschen geben muss, die das edel anmutende Schloss sauber halten. Manch einer nennt die Reinigungskräfte von Schloss Dyck auch "die Heinzelmännchen", denn oft ist schon alles fertig gereinigt, wenn die anderen Mitarbeiter oder die Besucher ins Schloss kommen.

Fenster und Parkettboden sind natürlich nicht alle Dinge, um die sich das Reinigungsteam um Nadja Goertz aus Gustorf kümmern muss: Die Frauen reinigen auch noch das Treppenhaus im Schloss, sämtliche Holzverkleidungen, die Ausstellungsräume, die 15 Büros, das Restaurant, den Blumenladen und die Orangerie. Zusammengerechnet sind das rund 30 Räume beziehungsweise Säle. "Das Schloss ist am arbeitsintensivsten", erzählt Nadja Goertz aus ihrem Alltag. Viel Zeit nehme vor allem die Pflege des Parkettbodens in Anspruch, der jeden Tag mit einem Spezial-Reiniger poliert wird. Dafür gehen pro Jahr etwa 170 Liter Holzpflegemittel drauf, außerdem standen 2015 insgesamt 100 Mikrofasertücher zum Polieren auf der Einkaufsliste der Schlossstiftung.

Das ist nötig, weil das Schloss fast jeden Tag für Besucher geöffnet ist, die - in den meisten Fällen unabsichtlich - ihre Spuren hinterlassen: mit Staub, Fingerabdrücken oder Fußspuren. Oder an den sanitären Anlagen. Oder in den Papierkörben, die auch vom Reinigungsteam geleert werden. Oder, oder, oder. Viel Arbeit, aber nur rund vier Stunden pro Tag Zeit. - "Das schaffen wir", sagt Nadja Goertz entspannt. "Wir sind ein eingespieltes Team und teilen die Aufgaben untereinander auf." Bis zu sechs Frauen seien morgens ab 8 Uhr (am Wochenende ab 7 Uhr) im Auftrag der Sauberkeit im Einsatz. "Montags steht immer eine Grundreinigung auf dem Plan. Dann herrscht auf dem Gelände kein Betrieb - und wir können keine Besucher stören", erzählt Nadja Goertz, die eigentlich Fachfrau für Systemgastronomie ist. Heute ist sie Vorarbeiterin der Putzkolonne am Schloss. Ein besonderer Arbeitsplatz, wie sie sagt. "Natürlich macht es Spaß, in so einem schönen Ambiente zu arbeiten", erzählt sie. Ob es nicht frustrierend ist, fast jeden Tag alles wieder von vorne zu putzen? Professionell antwortet die 34-Jährige: "Das ist unser Job, dafür sind wir da." Die Putzfrauen sind darauf eingestellt. Und: Sie sind hart im Nehmen. Konfetti zum Beispiel sei so eine gemeine Sache. Das werde bei Hochzeitsfeiern im Südflügel des Schlosses zwar nicht oft geworfen, aber: Es wird geworfen. Nadja Goertz spricht zwar von einer "undankbaren Aufgabe, das wieder vom Parkett zu entfernen". Aber so eng sehe sie das nicht.

Zu den Aufgaben der Reinigungskräfte, die jeden Morgen in einem Golfwagen mit Wischmopp, Staubwedel, Reinigungsmittel und anderem Equipment ausgerüstet ausrücken, zählt auch das Putzen der sanitären Einrichtungen. 16 Toilettenanlagen müssen sie abklappern, 16 Mal also mindestens eine Toilette für Damen und eine weitere Toilette für Herren reinigen und für Nachschub an Toilettenpapier sorgen. Im vergangenen Jahr wurden am Schloss rund 1300 Rollen Toilettenpapier verbraucht. Nadja Goertz wundern solche Zahlen nicht: "Ich freue mich, wenn's schön aussieht."

Quelle: NGZ
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