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Grevenbroich
Die Hoffnung auf Tempo 30 in Kapellen steigt

Grevenbroich. Die Bundesregierung will die Einführung von Tempo-30 auf Hauptverkehrsstraßen erleichtern, dies sieht ein Änderungsentwurf für die Straßenverkehrsordnung vor. Die Initiativen "Pro Ortsumfahrung" ("Pro O") und "Rettet die Erftaue" beobachten die Entwicklung.

Sie fordern unter anderem Tempo 30 auf der Tal- und Neusser Straße, die Teil der Landstraße 361 sind. "Wir hoffen, dass eine Vereinfachung uns bessere Möglichkeiten bietet, unser Ziel erreichen", sagt Leo Krüll, Sprecher von "Pro O". Anlass zur Hoffnung: Die Bundesregierung plant, die Kriterien für Tempo 30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen zu ändern.

Auf diese Weise soll - etwa vor Kindergärten und Schulen - die Einführung in sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern erleichtert werden. "Das gilt doch auch für Kapellen", erklärt Krüll. "Auf der Talstraße etwa sind zahlreiche Kinder zur Grundschule unterwegs."

2015 hatten sich "Pro O" und "Rettet die Erftaue" zusammengetan. Zwar favorisieren sie beim Bau der Umgehungsstraße L 361n unterschiedliche Lösungen. "Doch so lange die Straße nicht kommt, wollen wir gemeinsam für Verbesserungen in Kapellen und Wevelinghoven kämpfen", betont Gerhard Hoff, Vorsitzender von "Rettet die Erftaue". Ende 2015 hatten die Initiativen der Stadt einen gemeinsamen Forderungskatalog übergeben: Tempo 30 auf Tal- und Neusser Straße sowie Am Wehr in Wevelinghoven, ein Nachtfahrverbot für Lkw und Tempo 50 zwischen Kapellen und Wevelinghoven stehen unter anderem auf der Liste.

"Wir haben in Kapellen eine sehr starke Verkehrsbelastung", so Hoff, der damit nicht nur die Zahl der Autos meint. "Wir beobachten, dass ältere Menschen am Überweg auf der Talstraße Richtung Ärztehaus zurück auf den Bürgersteig gehen, wenn sich ein Auto mit 50 km/h nähert." Tempo 30 würde zudem den Lärm deutlich verringern.

In Kürze soll es einen Ortstermin mit Bürgermeister Klaus Krützen geben. Die Stadt hat bereits darauf hingewiesen, dass Tempo 30 auf der Neusser Straße und Talstraße vor einiger Zeit von Polizei und Landesbetrieb Straßen NRW abgelehnt worden sei. Eine Hürde bislang: Häufige Unfälle aufgrund zu hohen Tempos seien nicht registriert worden. Auch die Stadt hat die Pläne in Berlin im Blick, allerdings erklärt sie, dass die überwiegende Zahl von Schulen und Seniorenzentren bereits in Tempo 30-Zonen liege.

(cso-)
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