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Grevenbroich
Die Jugendfeuerwehr probt den Ernstfall

Grevenbroich: Die Jugendfeuerwehr probt den Ernstfall
Beim Berufsfeuerwehrtag erhielten die jungen Nachwuchs-Helfer aus Grevenbroich prominente Unterstützung durch Bürgermeister Klaus Krützen. FOTO: Ati
Grevenbroich. Beim Berufsfeuerwehrtag erhielten die Nachwuchs-Retter Besuch vom Bürgermeister - im Einsatzdress. Von Christian Kandzorra

Es gibt Kleidungsstücke, die stehen jedem. Und trotzdem war es ein ungewöhnlicher Anblick: Bürgermeister Klaus Krützen hüllte sich zum Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Grevenbroich in die volle Einsatzmontur inklusive Stiefel und Helm, denn von den Fähigkeiten der Nachwuchs-Retter wollte er sich bei einem ihrer simulierten Einsätze jetzt selbst überzeugen - und fuhr kurzerhand im großen Löschfahrzeug mit. Dabei musste er auch auf die Kommandos des 16-jährigen Kay Talaschus hören, denn als Gruppenführer gab er an der Einsatzstelle den Ton an.

Die "Feuerprobe" für den Rathaus-Chef kam allerdings auch ohne Flammen aus, denn bei Krützens erstem Einsatz musste die Jugendfeuerwehr dem Rettungsdienst gewissermaßen unter die Arme greifen und beim Tragen eines immerhin 80 Kilo schweren "Patienten" durch ein enges Treppenhaus helfen. Wohlgemerkt: Der "Patient" war ein Dummy, denn natürlich handelte es sich nicht um einen realen Notfall, sondern eher um eine Übung. "So etwas kann aber durchaus im Arbeitsalltag echter Berufsfeuerwehrleute vorkommen", sagt Kay Talaschus. Genau daran will die Feuerwehr Grevenbroich mit dem 24-Stunden-Dienst für Jugendliche anknüpfen. "Unser Ziel ist es, sie an den Berufsfeuerwehralltag heranzuführen. Dazu zählen natürlich verschiedene Einsätze, aber auch Dienstsport, das gemeinsame Kochen und Essen sowie Fortbildungen", sagt Matthias Engels, der gemeinsam mit Jenniffer Leibeling und Stadtjugendfeuerwehrwart Friedrich Backhausen an der Spitze der Nachwuchs-Abteilung steht.

Die drei und andere Betreuer hielten die insgesamt 63 Jugendlichen (auch die THW-Jugend war dabei) mit 16 simulierten Einsätzen auch in der Nacht zu Sonntag in Schach, zu denen sie vom Feuerwehrhaus in Gustorf aus mit mehreren Fahrzeugen ausrückten. "Neben der Tragehilfe für den Rettungsdienst galt es auch, ein großes Feuer auf dem Tagebaugelände zu löschen", erzählt Backhausen, der selbst bei der RWE-Werkfeuerwehr arbeitet. So hätten die Jugendlichen bei einem kontrolliert gezündeten Feuer das anwenden können, was sie jede Woche bei den regulären Übungsdiensten lernten. Für die Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren bedeutete der Tag vor allem "Action": Sobald der Einsatz-Gong ertönte, zählte bei ihnen wie bei fertig ausgebildeten Rettern jede Sekunde.

Quelle: NGZ
 
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