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Grevenbroich
Die Könige der Grevenbroicher Lüfte

Grevenbroich: Die Könige der Grevenbroicher Lüfte
Der Rotmilan ist in und um Grevenbroich zu Hause. Er brütet vor allem in offenen Landschaften wie der Königshovener Höhe. FOTO: Fotos (6) Tanja Brandt
Grevenbroich. Umweltschutzbeauftragter Norbert Wolf ist Kenner der Greifvogelszene. Im Diavortrag klärt er über sie auf, ein Buch folgt.

Greifvögel sind Indikator-Tiere: Ziehen sie am Himmel ihre Kreise, scheinen im Areal drumherum die Lebensbedingungen zu stimmen. An den Königen der Lüfte lässt sich erkennen, wie intakt die Umwelt ist. Und damit das im optimalen Fall so bleibt, hilft Artenkenntnis, wie Norbert Wolf, Umweltschutzbeauftragter der Stadt, sagt. "Artenkenntnis ist die Voraussetzung für Umweltschutz." Und weil nicht jeder ein so geübtes Adlerauge wie er und seine Lebenspartnerin, die Fotografin Tanja Brandt, hat, haben die beiden jetzt einen Diavortrag konzipiert.

"Wir sind verschiedentlich angesprochen worden, mal so einen Vortrag zu halten", sagt der Umweltkenner. Das Thema ist neuerdings wieder "ziemlich beliebt" und hat eine lange Historie: Falknerei gibt es seit etwa 3500 Jahren, als sogenannte Beizjagd entwickelte sie sich zum Privileg des Adels und zum Ereignis von gesellschaftlichem Rang. Unter Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) gelangte sie zur höchsten Blüte, er verfasste selbst ein zoologisches Werk mit dem Titel "Über die Kunst mit Vögeln zu jagen".

Das alles liegt lange zurück, inzwischen fällt es den meisten schwer, einen Habicht von einem Falken auf der Erde, geschweige denn im Flug voneinander zu unterscheiden. "Dabei gibt es eine Vielzahl von Greifvogelarten, die in unserer Region brüten", verweist Norbert Wolf auf Exemplare wie Mäusebussart, Kornweihe oder besagtem Habicht. "Es lohnt sich, die Augen offen zu halten", wenn Schlangenadler beispielsweise bei "guter Thermik" auch mal in Grevenbroich Halt machen. Die fliegenden Beutejäger sind nämlich ziemliche Faulpelze, rastloses Hin- und Herflattern, wie es ihre körnerfressenden Kollegen tun, ist ihre Sache nicht. "Je nach Thermik fliegen sie - oder eben nicht."

Tanja Brandt und Norbert Wolf sind in ihrer Freizeit gerne draußen unterwegs, um die heimischen Greifvögel zu beobachten und sie per Fotoapparat festzuhalten. 73 "besonders schöne und aussagekräftige Bilder", anhand derer sich über Lebensweise und Gepflogenheiten der einzelnen Exemplare "am besten erzählen lässt", haben sie jetzt für ihren Vortrag ausgewählt. Dem Vernehmen nach könnten noch mehr üppig bebilderte Texte demnächst in einem entsprechenden Greifvogelbuch zu sehen sein.

Im Vortrag vermittelt werden sollen auch erste Anleitungen, woran sich welcher Vogel wie erkennen lässt: Körpergröße und die Relation bestimmter Körperteile sowie die markante Farbgebung sind Anhaltspunkte. "Bloß nicht beim Mäusebussard - da sieht keiner wie der zweite aus", erklärt er das Spektrum von Schneeweiß bis Braunschattierungen. Aber auch die Merkmale des Greifvogels als Predatoren, also Jägern, sind markant: Schreien alle im Baum sitzenden Krähen, dann sind sie nicht bloß hysterisch. "Da sitzt dann schon mal ein Habicht, der versucht, sie im Flug zu schlagen", erklärt Norbert Wolf.

"Es gibt Interessantes zu verkünden", fasst der Umweltexperte den Vortrag am Samstag, 17. März, 15 Uhr im Schneckenhaus zusammen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldungen wird unter Telefon 02181 9199 gebeten. Valeska von Dolega

Quelle: NGZ
 
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