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Grevenbroich
Die L 142-Sanierung sorgt erneut für Ärger

Grevenbroich: Die L 142-Sanierung sorgt erneut für Ärger
Ralf Gormanns von der Landbäckerei und Konditorei Erschfeld ist verärgert, weil es mit der Straßensanierung trotz Absperrungen nicht weitergeht. FOTO: ATI
Grevenbroich. Unternehmer in Langwaden kritisieren, dass auf der Baustelle tagelang fast nichts passiert sei, während sie unter Umsatzeinbußen leiden. Von Carsten Sommerfeld

Seit vier Monaten sind Bewohner und Gewerbetreibende von der Sanierung der L 142 in Langwaden massiv betroffen, mit dem Beginn des dritten Bauabschnitts flammt wieder Ärger auf. Ein Kritikpunkt: Obwohl seit Montag eine Absperrung die Straße aus und in Richtung Neuss blockiert, habe sich auf der Baustelle seitdem fast nichts getan. "Bis Donnerstag waren nur zwei Bauarbeiter am Ortsende in Richtung Grevenbroich beschäftigt. In Richtung Neuss wurde an der L 142 bis Donnerstag gar nichts getan", erklärt verärgert Ralf Gormanns, geschäftsführender Gesellschafter der Landbrotbäckerei und Konditorei Erschfeld. Er fürchtet um die Existenz des Unternehmens mit rund 30 Beschäftigten des einzigen Nahversorgers im Ort.

"Wenn sich der Bau weiter bis April hinauszögern sollte, droht uns die Schließung", sagt er. In vergangenen Monaten hatten auch andere Unternehmen im Dorf über Umsatzeinbußen geklagt. Die Stadt kündigte an, dass sie ihre Autos an der Tankstelle im Ort tanken lasse.

Für die Landbäckerei Erschfeld, die im Dorf auch ein Geschäft betreibt, hat die Sperrung der L 142 von Höhe Dorfstraße (die Zufahrt zur Straße ist wieder frei) bis zur K 27 erhebliche Folgen. "Am Tag kommen rund 40 Kunden weniger. Viele Kunden, die in Neukirchen und Hülchrath wohnen, bleiben nun weg", schildert Gormanns. "Es ist verständlich, dass man für Brot oder Brötchen keinen Kilometer Umweg in Kauf nimmt." Neukirchener etwa müssen einen Riesen-Umweg über Barrenstein fahren. "Ich wusste, dass es schlimm wird - nicht aber, dass es so schlimm kommt."

Probleme gab es bereits am Freitag vergangener Woche vor dem Start des dritten Abschnitts. "Kunden erzählten, dass die Straße bereits gesperrt werde und sie nicht wüssten, wie sie wieder nach Hause kämen", erzählt Gormanns. Er rief im Rathaus und bei der Bauleitung an, schließlich schob er eigenhändig die offensichtlich zu früh errichteten Sperren zur Seite.

Erzürnt ist Ralf Gormanns nun darüber, dass auf der Baustelle tagelang fast nichts passiert sei. Besonders empört ist er nach der Auskunft der Stadt, dass wohl etwas geschehe - unter anderem seien Proben entnommen worden, die zur Entsorgung des Alt-Materials nötig seien. Vor den Fräsarbeiten müsse das Laborergebnis abgewartet werden. "Die Proben wurden erst am Donnerstag genommen, die Bohrgeräusche waren deutlich hörbar" sagt Gormanns. "Warum hat man diese Proben nicht bereits am Montag genommen? Jetzt verzögert sich das Abtragen." Zu dieser Frage war von Stadt und Bauleitung gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Gormanns fragt zudem, was passiere "wenn nach der Untersuchung festgestellt wird, dass kein Unternehmen den Asphalt entsorgen kann oder möchte?"

Kritik übt auch Stefan Kastner vom Autohaus SK Automobile. "Auf der Baustelle wird mit viel zu wenig Man-Power und Maschinen gearbeitet - und dann noch zwei Wochen Weihnachtspause gemacht." Durch die L 142-Sperrung habe er zehn Prozent Umsatzeinbußen. Petra Krause vom Dorfcafé Langwaden hat bereits im November auf die Sperrung reagiert: Das Café öffnet seitdem nur an Wochenenden.

Quelle: NGZ
 
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