| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Die Monster-Malerin aus Grevenbroich

Grevenbroich. Jenny Goergens (38) gestaltet gruselige Fratzen für Halloween - und bannt das Krümelmonster auf die Bäuche von Schwangeren. Von Wiljo Piel

Nächsten Dienstag wird Jenny Goergens alle Hände voll zu tun haben. In den Stunden vor Beginn der Halloween-Partys in Grevenbroich werden die Leute bei ihr nahezu Schlange stehen, um in Monster, Zombies und andere Gruselgestalten verwandelt zu werden. "Neun Erwachsene haben sich bereits bei mir angemeldet, und mehr geht an diesem Tag auch nicht", sagt die 38 Jahre alte Grevenbroicherin. Denn es dauert gut zwei Stunden, bis dass die Maske perfekt ist.

Bisher malte die Hobbykünstlerin mit Acryl auf Leinwand oder verzierte die Gitarren von Rockbands. Nachdem sie von Stadtmarketing-Mann Robert Jordan gefragt wurde, ob sie Kinder bei den Feierabendmärkten schminken wolle, hat sie einen neuen Mal-Untergrund entdeckt: die Haut. "Das hat sich irgendwie in den vergangenen Monaten verselbstständigt", sagt Jenny Goergens, die ihre Künste auf ihrer Facebook-Seite "MakeArt" präsentiert. Und das hat sich herumgesprochen. Die 38-Jährige verwandelt seither mit Pinsel und Theaterschminke die Besucher von Kindergeburtstagen in ganze Herden von Einhörnern oder malt die Babybäuche von Schwangeren an - mit Motiven, die vom Krümelmonster über den Klapperstorch bis hin zum verliebt umschlungenen Giraffen-Pärchen reichen.

"Das wird immer häufiger nachgefragt", sagt Goergens. Warum, das kann sie nur vermuten: "Wahrscheinlich wollen die Frauen eine nette Erinnerung an ihre Schwangerschaft", meint die Grevenbroicherin. Von langer Dauer sind diese Kunstwerke allerdings nicht: "Ein Foto vom Bauch fürs Album - und das war's dann auch schon", meint Jenny Goergens. "Ich glaube kaum, dass eine der Frauen mit der bunten Verzierung abends ins Bett gestiegen ist."

Das Bauch-Painting benötigt zwar auch seine Zeit - aber die Halloween-Masken sind zeitaufwendiger. "Das dauert oftmals bis zu zwei Stunden pro Kopf, manchmal auch mehr", sagt Goergens. "Vor allem, wenn es besonders gruselig werden soll." Schminke allein reicht dann nicht mehr aus, dann muss auch Modellwachs her - um tiefe "Wunden" zu modellieren oder irgendwo im Gesicht ein drittes Ohr unterzubringen.

"Das wird ganz schön hektisch am Dienstag", glaubt Jenny Goergens, die mit einem stressigen Tag rechnet. "Aber schön ist es trotzdem", sagt die 38-Jährige. "Denn es ist ein tolles Gefühl, wenn man sich am Ende vor seinen eigenen Kunstwerken ein ganz kleines bisschen gruselt."

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Die Monster-Malerin aus Grevenbroich


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.