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Grevenbroich
Die unvollendete Bahnstrecke

Grevenbroich. Bei Wanderern, Joggern und Reitern ist er ein Begriff – nur Züge sind dort nie gefahren: Der strategische Bahndamm von Neuss durch Grevenbroich bis in die Gemeinde Rommerskirchen wurde niemals als Eisenbahnstrecke fertiggestellt. Die Pläne waren zum Beginn des 20. Jahrhunderts fertig, damals hatte die Eisenbahn große Bedeutung als Transportmittel fürs Militär. Die Trasse sollte die Bahn-Engpässe Köln und Düsseldorf umgehen. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb der Bau unvollendet, manche andere Abschnitte der Richtung Ahr geplanten Strecke gingen jedoch in Betrieb.

Damm und einige Brücken sind in Grevenbroich nach wie vor vorhanden, die Trasse dient heute der Naherholung. Eine Brücke bei Neukirchen – nahe des Sportplatzes an der Verlängerung der Viehstraße – ist jedoch so marode, dass der Bauausschuss dem Abriss zugestimmt hat. Mit dem Kauf mehrerer Bahnflächen wird die Stadt nämlich Eigentümerin des Bahndamms – und damit der Brücke, über die ein Wirtschaftsweg führt. Die Bahntrasse verläuft dort nicht als Damm, sondern als Einschnitt.

Auf den Abrisskosten bleibt die Stadt aber nicht sitzen. Die erforderlichen 30 000 Euro stellt die BEG als Vorschuss auf eine im Kaufvertrag vereinbarte Ablösesumme von rund 130 000 Euro zur Verfügung. "Wenn uns ein Partner Lasten abnimmt, zahlen wir einen Ausgleich", so Projektleiter Uwe Käbe von der BEG. Die Stadt hatte dem Bauausschuss vorgeschlagen, das Bauwerk über der Trasse abzureißen. In einem zweiten Schritt sollten der Wirtschaftsweg und der Reit- und Wanderweg als Kreuzung gestaltet werden. "Der Ausschuss hat dagegen beschlossen, dass beides in einem Schritt vorgenommen werden soll", sagt Vorsitzender Wolfgang Latzel (CDU).

Quelle: RP
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