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Grevenbroich
Djir-Sarai kündigt mutig die "stärkste FDP aller Zeiten" an

Grevenbroich. Kreisvorsitzender ist jetzt offiziell Bundestagskandidat. Meyer und Kell bewerben sich im Mai für den Landtag. Von Klaus D. Schumilas

Den Süden des Rhein-Kreises, genauer gesagt das Bürgerhaus in Dormagen-Horrem, wählte die FDP am Freitagabend aus, um die personellen Weichen für die Bundes- und Landtagswahlen im kommenden Jahr zu stellen. Erwartungsgemäß gehen die Liberalen mit ihrem Kreisvorsitzenden Bijan Djir-Sarai als Spitzenkandidaten im Wahlkreis 108 (Dormagen, Grevenbroich, Neuss, Rommerskirchen) in die Bundestagswahl. Djir-Sarai, der nach der Schlappe der FDP bei der vorigen Wahl die politische Bühne in Berlin verlassen musste, erhielt mit 90 Prozent ein starkes Votum der 50 Abstimmungsberechtigten.

Die Grundlage dafür legte der 40-Jährige mit einer kraftvollen Rede, in der er Zuversicht verströmte. Djir-Sarais Kernaussage war mutig: "Bei der Landtags- und Bundestagswahl werden wir die stärkste FDP aller Zeiten sein - das verspreche ich Ihnen!" Der Kreis- und Bezirksvorsitzende räumte ein, nach der Wahlschlappe 2013, als die Liberalen mit 4,8 Prozent der Stimmen den Wiedereinzug ins Parlament verpassten, sei man "wütend, enttäuscht, verärgert und ratlos" gewesen. "Es folgte eine lange Phase der Analyse. Am Ende sind wir im Kern geblieben wie wir sind, aber wir haben uns weiterentwickelt", so der Grevenbroicher. "Wir haben die Dosis Liberalismus erhöht." Den politischen Gegner griff er beherzt an. Beispiel eins: "Die Große Koalition hat keinen Ehrgeiz mehr, etwas zu verändern." Beispiel zwei: "Wir sind nicht die Taschenbuchausgabe der CDU. Wir sind FDP pur." Die "neue" FDP beschäftige sich intensiv mit den Sorgen der Menschen und mit Zukunftsthemen wie Digitalisierung.

Bei der Aufstellung der Landtagskandidaten gab es keine Überraschungen. Im Wahlkreis 44 (Neuss) war Michael Fielenbach (56 Jahre) einziger Bewerber. Der Ingenieur musste mit 45 Ja- und 26 Nein-Stimmen (Zustimmung: 57,7 Prozent) ein ernüchterndes Ergebnis akzeptieren. Im Wahlkreis 45 (Dormagen, Grevenbroich, Rommerskirchen) bekam es Karlheinz Meyer (54) unerwartet mit einem Gegenkandidaten zu tun, Lambert-Josef Harings (54) aus Neuss. Der Dormagener Fraktionsvorsitzende erhielt 75,9 Prozent der Stimmen, Harings nach skurriler Vorstellung nur 6,3 Prozent. Ebenfalls 75,9 Prozent erhielt Simon Kell (24) als einziger Bewerber im Wahlkreis 46 (Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch).

Quelle: NGZ
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