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Grevenbroich
Doppel-Jubiläum im Kloster Langwaden

Grevenbroich: Doppel-Jubiläum im Kloster Langwaden
Pater Bruno ist seit zehn Jahren Prior im Kloster Langwaden. FOTO: l. berns
Grevenbroich. Vor zehn Jahren bekam das Priorat die Selbstständigkeit verliehen, zugleich wurde Bruno Robeck als Pater Prior eingesetzt. Der 44-Jährige blickt auf eine ereignisreiche Dekade zurück – und hat für die Zukunft noch viel vor. Von Andreas Buchbauer

An das Hämmern vor der Haustür hat sich Pater Bruno Robeck längst gewöhnt. "In den vergangenen zwei Jahren hatte ich ja ausreichend Gelegenheit dazu", sagt der Pater Prior des Klosters Langwaden, dann folgt ein herzhaftes Lachen. Es ist ein gelöstes Lachen: Draußen sind die Arbeiter nur noch mit kleineren Arbeiten beschäftigt – die Lieferantenzufahrt zum Gastronomiebereich wird derzeit umgestaltet –, der große Batzen aber ist abgeschlossen. Für die doppelte Jubiläumsfeier am Montag, 20. Januar, ist alles bereit: Zum einen begeht das Priorat dann das "Zehnjährige" seiner Selbstständigkeit, zugleich ist Pater Bruno seit nun zehn Jahren als Prior im Amt.

Auf dem Weg zu seinem Büro kann er durch die neu gestalteten Räumlichkeiten führen. Der Prior ist gut aufgelegt – so, wie man ihn im Ort kennt. Das Kloster präsentiert sich frisch herausgeputzt, Räume wurden umgestaltet, eine neue Küche angeschafft, die Sanitäranlagen modernisiert, der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. "Als ich vor zehn Jahren als Prior anfing, bestand unser Brandschutz im Wesentlichen aus unserem Vertrauen in Gott", scherzt Pater Bruno. Dann wird er nachdenklich. "Es ist ein Segen, dass nichts passiert ist. Und es war dringlich, in modernen Brandschutz zu investieren. Jetzt hat jeder Raum einen Rauchmelder."

Der Umbau – insgesamt wurden mehr als zwei Millionen Euro investiert – ist der eine große Bereich, über den Pater Bruno im Rückblick auf seine jetzt zehnjährige Zeit als Prior spricht. Der zweite große Bereich ist das Konvent, die Gemeinschaft. "Vor zehn Jahren waren wir hier fünf Mönche mit ewigem Gelübde, nun sind wir sieben." Hinzu kommt Frater Rafael, der sein auf drei Jahre angelegtes zeitliches Gelübde abgelegt hat und mit Ulrich Winter ein Postulant, der am 15. Mai sein Noviziat beginnen kann.

Bewerber, die mit dem Gedanken spielen, sich dem Konvent anzuschließen, melden sich bei Pater Bruno immer wieder. Doch nicht jeder ist für das Leben in der Gemeinschaft der Zisterziensermönche geeignet. "Es muss in vielerlei Hinsicht passen. Nicht nur in Glaubensfragen, auch menschlich", sagt der Prior. Im Februar wird sich wieder ein Interessent persönlich vorstellen. "Er wird einige Tage in der Gemeinschaft leben, dann sehen wir weiter", sagt Pater Bruno. Im Schnitt dauere es von den ersten Begegnungen bis zur Entscheidung, tatsächlich ins Kloster zu gehen, ein Jahr. "Es geht für alle um weitreichende Entscheidungen", sagt Pater Bruno. "Wer zu uns kommt, beginnt ein völlig neues Leben. Und für die Gemeinschaft bedeutet es ebenfalls Neuland. Dafür muss man offen sein. Sonst hat es keinen Sinn."

Den letzten Schritt zur vollständigen kirchenrechtlichen Selbstständigkeit hat das Kloster im vergangenen Jahr gemacht: Im Januar wurde erstmals ein Prior gewählt. Die Mönche nutzten dies, um Pater Bruno im Amt zu bestätigen. Bis dahin war er vom Generalabt in Rom als Prior eingesetzt. Die Wahl signalisierte Pater Bruno nicht nur den Rückhalt im Konvent. Er kann auch langfristig planen. Gewählt ist er auf Lebenszeit. In der Regel endet die Amtszeit aber mit Vollendung des 70. Lebensjahres. Pater Bruno ist jetzt 44 – und möchte die Geschicke des Klosters noch lange lenken.

Quelle: NGZ
 
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