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Grevenbroich
Drachen-Wohnungen aus Grevenbroich

Grevenbroich: Drachen-Wohnungen aus Grevenbroich
Reiner Hoppe vor dem Terrarium in seinem Wohnzimmer. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Grevenbroich. Reiner Hoppe hat sich auf den Bau individueller Terrarien spezialisiert. Die Kunden kommen aus dem In- und Ausland. In der Grevenbroicher Werkstatt wird jetzt die Reptilienabteilung des Tierparks Herborn neu gestaltet. Von Andreas Buchbauer

Der Sonnenplatz ist sofort besetzt. Etwas schläfrig schauen die Halsbandleguane, die Reiner Hoppe liebevoll kurz "Halsis" nennt, noch drein. Gerade zurück aus dem Winterschlaf müssen sie erst mal wieder richtig ankommen in ihrem Terrarium. Und da haben es sich zwei der insgesamt sechs "Halsis", die Reiner Hoppe zu Hause hält, möglichst nah unter dem wärmenden Licht gemütlich gemacht. "Das ist ein ganz gutes Beispiel-Terrarium für unsere Maßanfertigungen", sagt der 60-jährige Neusser. Er hat vor acht Jahren die Firma "Hoppe Terrarienbau-Exclusiv" aus der Taufe gehoben. Rasch hat sich das Unternehmen einen Namen auf dem Markt gemacht. Die Kunden kommen längst aus dem In- und Ausland - und momentan gibt's besonders viel zu tun: Hoppes Firma gestaltet in der Werkstatt in Grevenbroich die Reptilienabteilung des Vogel- und Naturschutzparks Herborn neu. "Ende Februar muss alles fertig sein", sagt er.

Zwar ist der Tierpark in Herborn vergleichsweise klein. Aber Hoppe, der sich selbst auch ganz gerne mal augenzwinkernd den "Drachenflüsterer" nennt, und sein Mitarbeiter in der Grevenbroicher Werkstatt machen den Auftrag sozusagen obendrauf. Pro Monat bauen sie neun bis 13 Terrarien, die Lieferungszeit beträgt vier bis sechs Wochen. Allein für den Tierpark kommt einiges zusammen.

Die Halsbandleguane, die Reiner Hoppe in einem Terrarium zu Hause hält, sind gerade aus dem Winterschlaf erwacht. FOTO: A. Woitschützke

Sie wollen ein Regenwaldterrarium für ein Pantherchamäleon bauen, ein Tropenterrarium für eine Königspython, ein Trockenterrarium für Rüsselspringer sowie ein Paludarium, also eine Aquaterrarium-Sonderform, für einheimische Unken und Salamander. Zudem werden zwei Terrarien im Tierpark überarbeitet - und es entsteht eine große Felslandschaft mit Wasserfall und Bepflanzung, die frei im Raum stehen soll. Reiner Hoppe spricht mit Begeisterung über seine Projekte. Man merkt, dass er sie verkaufen kann. Kein Wunder, schließlich hat der Hoistener auch eine Werbeagentur und jahrzehntelange Berufserfahrung in diesem Bereich. "Das war förderlich, um das Terrienbau-Unternehmen richtig ans Laufen zu kriegen", sagt Hoppe.

Vor acht Jahren hat er sich das neue Standbein aufgebaut, mittlerweile ist es eine Hauptbeschäftigung. Als Partner hat sich Hoppe einen Landschaftsbauer ins Boot geholt. "Für unsere Kunden bauen wir individuelle, maßgeschneiderte Terrarien mit Landschaften, die sich möglichst originalgetreu am Lebensraum der Tiere orientieren", betont Hoppe. Dabei wird viel Wert auf Details gelegt. Das nachgebaute Gestein im Terrarium seiner "Halsis" erinnert zum Beispiel an Utah (USA), für Kunden hat er aber auch schon Gestein, wie man es aus der Wüste von Arizona kennt, nachgebildet. Ab 2500 Euro aufwärts kosten solche Terrarien. Die Firma möchte nun aber auch eine etwas preiswertere Linie etablieren. Da geht es dann bei rund 1100 Euro los.

In Fachkreisen hat seine Firma längst einen Namen. Regelmäßig schauen auch TV-Teams vorbei, auch Sendungen wie "Hundkatzemaus" (Vox), die bei Tierfreunden echte Quotenschlager sind, haben Hoppe bereits besucht. Schon jetzt fiebert er der für März geplanten Eröffnung der neuen Reptilienabteilung im Tierpark Herborn entgegen.

Quelle: NGZ
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