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Grevenbroich
Drei Tage Arbeit für einen Abend Lichtkunst

Grevenbroich: Drei Tage Arbeit für einen Abend Lichtkunst
Viel Aufwand und scheißtreibende Aufbauarbeit hat Professor Rainer Plum noch bis zu seiner großen Laser-Performance am Freitagabend. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Bei mehr als 30 Grad baut der Licht-Designer Rainer Plum seine Laser-Performance für Freitagabend auf - und er probt für das Event. Von Gundhild Tillmanns

Wenn am Freitagabend ein magisch anmutender Lichtregen die Stadtparkwiese hinter dem Museum erleuchtet, dann werden die staunenenden Zuschauer nicht erahnen, welcher Aufwand und wie viele schweißtreibende Mühen dem schwebend leicht wirkenden Licht-Kunstwerk vorhergegangen sind. Gestern Mittag bauten in brütender Hitze bei 32 Grad der in Grevenbroich bereits bekannte Lichtdesigner Professor Rainer Plum und drei Helfer die schweren Haltestangen für die Lichtsprinkler im Park auf.

Große Kabelrollen lagen für die Anschlüsse der Sprinklerstangen bereit, die dann mit drei Hochleistungslasern verbunden werden. Einen hat Plum immer zur Reserve dabei. Alleine der Aufbau und die Testläufe für die Laser-Performance dauern fast drei Tage. Dazu kommen ein bis zwei Wochen konzeptionell-kreative Arbeit im Atelier für den 64-jährigen Gestaltungsprofessor an der Fachhochschule Aachen. Allerdings entsteht die eigentliche Gestaltung erst jetzt vor Ort auf der Wiese im Park: "Jede Performance ist einzigartig, weil ich mich immer nach der Umgebung richte", sagt der Lichtkünstler.

Die natürliche Umgebung, die Grüntöne der Wiese und der Bäume, das Dunkel der Nacht will Plum behutsam mit einem sich langsam aufbauenden hellgrünen Lichtregen kontrastieren. Ebenso organisch-natürlich anmutend soll die Beleuchtung dann wieder verebben. Schnelle Bewegungen oder gar grell-bunte Lichtstrahlen, wie bei bekannt-berüchtigten kitschigen Lasershows, wird es nicht geben.

Kontrastreich wird es auch bei der Musik. Denn während die Hits der 1980er und Rockmusik den Auftakt des Abends machen, soll auch musikalisch bei Einbruch der Dunkelheit Ruhe einkehren. Zum ersten Mal arbeitet Plum bei diesem Projekt mit dem Komponisten Thomas Lefeldt zusammen. Der hat eigens für den Abend in Grevenbroich ein an der Kammermusik angelehntes elektronisches Werk geschrieben. Wie sich Licht-Performance und Musik vereinen, wird damit auch für Rainer Plum ein Überraschungsmoment. Er hatte Lefeldt in Freiburg kennengelernt. Der Maler und Musiker Thomas Lefeldt ist 65 Jahre alt und hat nach dem Musikstudium und der Lehrtätigkeit 1970 mit der Malerei begonnen. Aufführungen seiner Kompositionen, Konzerte als Pianist und Ausstellungen seiner Malerei und Foto-Kunst bestimmen sein Wirken.

In der Kooperation mit Rainer Plum haben sich zwei Gestalter gefunden, die mit der Performance dem Sehen und Hören gleichermaßen Raum zum Staunen, Verweilen und möglichst auch zum Träumen geben wollen, wenn denn das Wetter mitspielt: "Regen macht meiner Lichtinstallation nichts aus. Sie besteht ja aus Sprühregen. Aber bei Regen bleiben die Zuschauer weg", weiß der Künstler. Die Prognosen für Freitag sind allerdings gut: 33 Grad und Sonnenschein. Dann lohnen sich auch drei Tage Aufbau und Proben für einen einzigen Abend.

Quelle: NGZ
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