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Grevenbroich
Ein eigenes Huhn für das Frühstücksei

Grevenbroich: Ein eigenes Huhn für das Frühstücksei
Robert Jordan gehört zu der steigenden Zahl von Menschen, die Hühnerhalter werden. "Sie sind neugierig, witzig und intelligent", sagt er. FOTO: L. berns
Grevenbroich. Immer mehr Privatleute legen sich Hühner zu. Sie wollen Kinder mit Tieren vertrauter machen - oder ein Frühstücksei aus eigener Haltung. Von Carsten Sommerfeld und Nicole Scharfetter

Ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk: Von seinen Kollegen von der Wirtschaftsförderung erhielt Stadtmarketingbeauftragter Robert Jordan zwei "Grünleger". Seit zwei Jahren halten seine Frau und er Hühner - und sie liegen damit voll im Trend: Immer mehr Privatleute haben Hühner. Sie freuen sich etwa aufs Frühstücksei aus eigener Haltung oder genießen die ländliche Idylle. Im Rhein-Kreis Neuss sind insgesamt 370 Halter gemeldet mit 73.000 Tieren

Den Trend beobachtet auch Stefan Offer vom Landhandel Franz Offer in Neukirchen. "Wir haben festgestellt, dass wir mehr Geflügelfutter als früher verkaufen - und dass nicht nur alteingesessene Züchter kommen. Beispielsweise möchten Familien, die im Garten Platz für vier bis sechs Hühner haben, ihren Kindern den Umgang mit Tieren vertraut machen", erzählt Offer. Regelmäßig macht ein Wagen des Geflügelhofs Franz Schulte aus Delbrück in Neukirchen Station und verkauft Hühner. "Seit etwa vier, fünf Jahren steigt das interesse an der Hühnerhaltung", erklärt Richard Schulte. "Wir verkaufen schwarze, braune, weiße, blauweiß-gesprenkelte und kupferfarbene Hühner - es gibt Rassen, die besonders für die Kleintierhaltung gezüchtet wurden", sagt Schulte. Auch Peter Dahmen vom gleichnamigen Geflügelhof in Wanlo hat den Run auf die Hühner bemerkt. "Immer mehr junge Menschen kommen und wollen Hühner", sagt er. Viele Vorgaben müssten Hühnerhalter nicht erfüllen, "ein bisschen Wiese reicht und ein zugfreier Stall", sagt Dahmen. Der müsse nicht einmal beheizt sein. "Es gibt Leute, die den Kaninchenstall einfach umfunktionieren", erklärt er.

Bei Robert Jordan (64) und seiner Frau Margret kamen zunächst einige Hühner in den Garten am Haus - "man muss nur bereit sein, dass ihre Hinterlassenschaften im Garten liegen." Mittlerweile ist auf einem Grundstück 200 Meter weiter eine "kleine Hühnerfarm" für zwölf weitere Tiere entstanden. Dort bauten die Jordans einen Stall für ihre Hühner und einen Hahn. Zuerst hatten wir einen Hahn am Haus, doch nach einer Beschwerde haben wir ihn wieder abgegeben", sagt Robert Jordan. Es gab aber auch schon Verluste - etwa durch Greifvögel.

Ein gemischtes Völkchen hat sich das Paar zugelegt, "die ,Grünleger' müssen sich noch eingewöhnen, sie sind ein bisschen schüchtern", sagt Jordan. "Wir sind auf das erste Ei gespannt". Ebenfalls neu: zwei Zwerghühner. Alle Tiere haben Namen, Jordans Lieblingshuhn heißt Schneewittchen. Manche Tiere seien zutraulich, ließen sich sogar streicheln. "Oft wird gesagt, Hühner seien dumm, aber das stimmt nicht. Sie sind neugierig, witzig und intelligent", sagt Jordan. "Und sie geben ganz verschiedene Laute von sich. Wenn sie morgens aus dem Stall wollen, sind sie krakelig. Und wenn die draußen sind, gurren sie." Die Hühner würden "Freude am Leben" bringen, aber auch Entspannung und Verantwortung "und einen Mehrwert. Die Eier unserer eigenen Hühner schmecken besser".

Quelle: NGZ
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