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Grevenbroich
Ein Kümmerer für die Elsener Senioren

Grevenbroich. Markus Pillich leitet die Sozialdienste im Seniorenzentrum Bernardus. Das Ziel des 29-Jährigen: Ein familiäres Umfeld für die Bewohner. Von Valeska von Dolega

"Es gab keinen Plan B", beantwortet Markus Pillich die Frage, ob es Alternativen zu seinem Berufswunsch gegeben hat. "Das ist meine Passion. Und weil das so ist, macht mir der Beruf Spaß und fällt mir leicht." Seit April leitet der 29-Jährige die sozialen Dienste am Seniorenzentrum Bernardus im Elsener Grönland-Gebiet.

"Er ist mein wichtigster Mann", lobt Einrichtungsleiter Carsten Körner. "Fachwissen sowie die konzeptionellen Erfahrungen, die er mitbringt, zusammen mit seiner herzlichen Authentizität zeichnen ihn aus." Er selbst sieht sich als "Mittler nach innen und nach außen", will für die Menschen da sein und individuell betreuen.

Was den studierten Sozialpädagogen besonders auszeichnet ist, den Bewohnern ein familiäres Gefühl vermitteln zu wollen. "Sie sollen nicht nebeneinander herleben, sondern miteinander sein." 80 Bewohner leben an der Mathias-Esser-Straße, ein jeder hat eine eigene Vergangenheit mit unnachahmlicher Geschichte. Sie alle sprichwörtlich unter einen Hut zu bekommen, ist für Markus Pillich kein Thema: "Unterschiede gehören dazu." Und verweist auf seine eigene Familie. Der ältere Bruder ist Zahnarzt, der jüngere Maschinenbauer, "und wir kommen prima miteinander klar".

Schon früh war dem "Dorfmenschen", als den er sich selbst bezeichnet, klar, wohin sein beruflicher Weg ihn führen sollte: Nachdem er seinen Zivildienst in einem Haus für psychisch Kranke in Heinsberg absolviert hat und sich darüber hinaus als FSJler in einem Kinderhaus engagierte - "beides war bereichernd" - schrieb er sich für ein Studium der Sozialpädagogik ein. Nicht irgendwo, sondern in den Niederlanden. "Denn die sind in Sachen Gesundheits- und Sozialwesen weiter als wir." Niederländisch in Wort und Schrift hatte er zwischendurch erlernt. Die sogenannte Bezugspflege, als "primary nursing" ein Begriff, als ganzheitlich orientierte Vorgehensweise ist eines der wichtigsten Kapitel, die er in seiner Zeit an der Uni erlernt hat. "Dieses Prinzip größerer Häuser mit kleinen Untergruppen, die immer ihre festen Betreuer haben, ist gut", sagt Pillich. Die Grundzufriedenheit der Betreuten sei wesentlich höher, müssen sie nicht in einer Verwahrstelle leben, sondern können in etwas wie einer Neu-Familie sein.

Seine eigene Blutsverwandtschaft hegt und pflegt er aus seinem Heimatdorf Dahlheim an der niederländischen Grenze Richtung Roermond. Auch in seiner Freizeit ist er ein Kümmerer, nur dass seine Schutzbefohlenen dann Kräuter, Gemüse und ein "wunderschöner Garten mit Rhododendron" sind. Um abzuschalten und Kraft zu tanken spielt er Badminton, Tennis und Fußball, zum Laufen nimmt er seine beiden Hunde mit. "Die brauchen ja viel Bewegung."

Und weil er nicht nur überzeugter Dorfbewohner, sondern auch Vereinsmensch ist, ist er als Piccolo-Flötist Bestandteil des Spielmannzuges. "Das passt alles ganz gut, und wenn man ein bisschen darauf achtet, lassen sich alle diese Aktivitäten auch leicht durchführen", beschreibt er sein ganz einfaches Lebenskonzept.

Quelle: NGZ
 
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