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Grevenbroich
Ein Manager mit Gottes Segen

Grevenbroich: Ein Manager mit Gottes Segen
Das Kreuz weist den Weg zu seinem Platz in der Kapelle: Bruno Robeck ist seit 2004 Prior im Zisterzienserkloster Langwaden. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Bruno Robeck lebt seit 1988 im Zisterzienserkloster Langwaden, seit sieben Jahren führt er es als Pater Prior. Wie er sich als Stadtkind auf dem Land fühlt und wie er die Aufgabe des Klosters sieht, erzählt er bei einer Tasse Grüntee. Von Daniela Buschkamp

Langwaden Auf den Stufen zum Kloster Langwaden putzt sich eine aprikosenfarbene Katze die Regentropfen aus dem Fell. Der Park mit mächtigen Bäumen und gepflegtem Rasen ist eine Idylle, auch Verkehrslärm und Hektik überwinden die Klostermauern nicht. Zwischen Langwaden und Berlin-Schöneberg liegen mehr als 560 Kilometer – keiner weiß das so gut wie Prior Bruno Robeck.

Vor 40 Jahren in Berlin geboren, hat er heute auf dem Land Heimat und Aufgabe gefunden – als Manager mit Gottes Segen. Eigentlich kann Pater Prior mit dem Begriff "Manager" nicht viel anfangen; jeder Controller würde seine Arbeit hinter den Klostermauern aber so nennen. Drei Aufgaben erfüllt Robeck: Er ist Vorstand des Träger der sozialen Einrichtungen (Wohn- und Seniorengemeinschaft), Eigentümer der Betriebsgesellschaft und Leiter der neun Männer großen Klostergemeinschaft: "Dieser Teil meiner Arbeit gefällt mir am besten. Schließlich habe ich Theologie studiert und nicht Betriebswirtschaft", sagt er. Dafür hat er sich mit Egon Hillebrandt und Dietmar Krüll Experten ins Haus geholt. Seine Bilanz: "Et jeht janz jut."

Dass Bruno Robeck in Berlin geboren wurde, ist unverkennbar. Die oft ruppige Art mancher Berliner fehlt ihm: Er ist ein zurückhaltender Gesprächspartner ("Als Seelsorger ist Zuhören besonders wichtig"), immer wieder blitzt der Humor in seinen Augen auf. Schnell Zugang zu Menschen finden, das Kloster zu repräsentieren – das hat Robeck seit seiner Ernennung zum Prior gelernt: "Meine auffällige Kleidung hilft, mit Menschen ins Gespräch zu kommen" – ob beim Neujahrsempfang oder bei Kloster-Veranstaltungen.

Der geregelte Tagesablauf, der mit dem ersten Gebet um 6 Uhr beginnt und mit dem letzten Gebet gegen 20 Uhr endet – das war für Robeck ein Argument, 1988 von Berlin zu den Langwadener Zisterziensern zu kommen. Aus einem "normal katholischen Elternhaus" stammend, wünschte er sich bereits als Jugendlicher, Mönch zu werden. Kommentar seines Onkels: "Einen Papst hatten wir ja noch nicht in der Familie."

Von der Wende hat er als Mönchanwärter nicht viel mitbekommen, umso intensiver erlebt Bruno Robeck jeden Familienbesuch: "Der Wandel ist faszinierend, allein die Baustelle am Potsdamer Platz." Jedes Mal geht er durch das Brandenburger Tor: "Hier war früher Ende", erinnert er sich fast ungläubig.

Was Pater Prior für die Zukunft des Klosters wünscht: "Menschen sollen hier den Glauben als etwas erleben, das ihnen im Alltag hilft."

Quelle: NGZ
 
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