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Grevenbroich
Elsener leitet die Perry-Rhodan-Fanzentrale

Grevenbroich. Herbert Keßel ist Leser der größten Science-Fiction-Serie - und engagiert sich im Vorstand eines 1000 Mitglieder zählenden Clubs. Von Wiljo Piel

Mit einer großen Kiste bereits gelesener Hefte hat in den 1970er Jahren alles angefangen. Das Geschenk eines Nachbarjungen hat in Herbert Keßel die Leidenschaft für die weltweit größte Science-Fiction-Romanserie geweckt. Seitdem ist der heute 61 Jahre alte Elsener ein begeisterter Leser der spacigen Abenteuer rund um den Weltraum-Helden Perry Rhodan, die 1961 erstmals erschienen.

Und noch mehr: Keßel engagiert sich im Vorstand eines der größten Fanclubs, der "Perry-Rhodan-Fan-Zentrale" mit 1000 Mitgliedern, die nicht nur in Deutschland leben, sondern auch aus den USA und Japan kommen. Von Elsen aus führt er die Kassengeschäfte des Clubs, organisiert Treffen - sogenannte Cons - und vertreibt die "Sol", ein liebevoll und aufwendig gestaltetes Fanzine. Nun möchte er Science-Fiction-Freunde aus seiner Heimatstadt für regelmäßige Stammtisch-Gespräche gewinnen. Im Haus Portz soll nicht nur über Perry Rhodan gefachsimpelt werden, sondern über Weltraumabenteuer allgemein - quasi von Star Trek bis Star Wars.

Bei der Frage, wie viele Perry-Romane er bisher verschlungen hat, muss Herbert Keßel passen: "Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich die erste Auflage komplett bis zur 2600. Nummer gelesen habe", sagt er. Hinzu kamen zahlreiche Sonderbände, etliche Exemplare aus der Atlan-Reihe und die erst seit 2011 erscheinende Neufassung "Perry Rhodan neo". Die Hefte bewahrt der Fan sorgsam in seinem Haus auf - "obwohl der Platz dort langsam etwas knapp wird", meint er lächelnd.

Seit 2006 ist er für die Perry-Rhodan-Fan-Zentrale (www.prfz.de) als Vorstandsmitglied im Einsatz. Den ersten Kontakt zum Club knüpfte Herbert Keßel bei einer Convention, seitdem ist der Elsener fester Bestandteil der Szene. Was den im Vorruhestand lebenden ehemaligen Krankenkassen-Angestellten an Perry Rhodan fasziniert: "Die Romane schildern - wie die Star-Trek-Reihe - eine Zukunft, wie sie sein könnte. Und vieles von dem, was vor Jahrzehnten prognostiziert wurde, gehört heute zum festen Bestandteil unseres Lebens - zum Beispiel Handys oder Tablet-Computer." Nur der Zellaktivator, der den Romanhelden Perry ewig jung hält, ist noch nicht erfunden worden, bedauert Keßel. "Aber wer weiß, was da noch alles kommen wird."

Der 61-Jährige hält über den mittlerweile mehr als 15 Jahre alten Club einen regen Kontakt zu den Autoren der Romane, schreibt Beiträge für das "Sol"-Magazin, kümmert sich um Fans ("Wir sind wie eine große Familie") und vertreibt im Space-Shop die unterschiedlichsten Dinge, die es im Laden nicht zu kaufen gibt. Zum Beispiel Karton-Bastelbögen von Raumschiffen und Kampfrobotern, die von einem Perry-Rhodan-Fan nach den "Originalvorbildern" entworfen wurden. "Diese PR-Paper sind sehr beliebt, ein echter Verkaufs-Renner", so Keßel.

Eines hat der Elsener im Laufe seiner jahrelangen Clubarbeit festgestellt: "Im Süden Deutschlands gibt es ein großes Interesse an Science Fiction, im Norden ist man eher verhaltener", berichtet der 61-Jährige. Herbert Keßel möchte nun wissen, wie die Lage in Grevenbroich ist, ob es dort Leser oder Filmfreunde gibt, die sich gerne austauschen möchten. "Es ist spannend und schön, über die Zukunft zu philosophieren", sagt der Perry-Rhodan-Fan, der darauf hofft, dass das andere in seiner Heimatstadt ebenso sehen. Ein erstes Treffen der Science-Fiction-Freunde soll am Samstag, 19. März, 19 Uhr, im Haus Portz am Markt stattfinden.

Quelle: NGZ
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