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Grevenbroich
Eltern alarmiert wegen fehlender Kindergartenplätze

Grevenbroich. "Es ist wirklich eine Katastrophe", sagt Brigitte Müller genervt. "Wir finden für unsere Tochter keinen Kindergartenplatz." Die Kleine wird im Juni drei Jahre alt. Bereits als sie vier Monate jung war, meldeten sie ihre Eltern über den städtischen Kita-Navigator an. Bei allen in Kapellen existierenden Einrichtungen, "ob katholisch, evangelisch oder städtisch wäre uns egal. Hauptsache, wir finden einen Platz." Den brauchen sie, beide sind berufstätig. "Meine Mutter lebt 50 Kilometer entfernt und hat keinen Führerschein", der Schwiegervater fällt wegen seiner eigenen Berufstätigkeit ebenso als Betreuer aus. Die Anmeldungen vor Ort blieben ohne Resonanz.

Nach Gesprächen mit dem Jugendamt weiteten die Müllers die Anmeldewünsche aus - und sind inzwischen bei zehn Einrichtungen registriert. Den gewünschten Vollzeitplatz könne die Stadt zurzeit nicht anbieten. Dazu haben die Müllers im März eine E-Mail bekommen. "Dann wurde ich vertröstet", sie solle abwarten, vielleicht springe ja irgendwo ein Kind ab, weil die Eltern umziehen. "Aber darauf kann ich mich nicht verlassen".

Nina Kunze ist zweifache Mutter und ebenso wie ihr Mann berufstätig. Täglich fährt sie ihren jüngeren Sohn zur Tagesmutter, hin und zurück sind das rund 50 Kilometer - denn die Tagesmutter ist in Neuss. In Grevenbroich gab es für den Jungen keine Vollzeitbetreuung. "Die Situation ist eine Frechheit." Ebenso wie die Kita-Kosten, die sie "indiskutabel" nennt. Vor sieben Jahren zog sie mit ihrem Mann aus Köln ins Neubaugebiet Kapellen. An der damals entschuldbaren "mangelhaften Infrastruktur" bei der Kinderbetreuung hat sich bis heute nichts verändert. "Ich habe das Gefühl, die Situation wird einfach ignoriert." Stadtsprecherin Ines Hammelstein: "Die Verwaltung kümmert sich darum."

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