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Grevenbroich
Eltern fürchten "Geisterschule"

Grevenbroich: Eltern fürchten "Geisterschule"
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Grevenbroich. An der Realschule Bergheimer Straße lernen im Herbst noch drei Jahrgänge. Sie sollen 2017 nach Wevelinghoven umziehen - zu spät, meinen Eltern. Von Daniela Buschkamp

Eltern von Realschülern an der Bergheimer Straße wünschen sich einen früheren Umzug nach Wevelinghoven, sagt Realschulleiterin Anita Piel: "Die Eltern machen sich Sorgen", sagt sie. Sie fürchten, dass ihre Kinder "abgehängt" werden und bald eine "Geisterschule" besuchen. "Wir sollten eine Lösung finden, die für alle vertretbar ist", so Anita Piel. Die Stadtverwaltung will den Standort Realschule Bergheimer Straße aber erst im Jahr 2017 aufgeben. "Dann sollen die verbliebenen zehnten Klassen an die Diedrich-Uhlhorn-Realschule nach Wevelinghoven wechseln", erläutert Erster Beigeordnete Michael Heesch.

Die Diedrich-Uhlhorn-Realschule in Wevelinghoven und die auslaufende Realschule Bergheimer Straße (RBS) sind bereits im April 2015 zusammengelegt worden. Zurzeit werden die Realschüler sowohl in Wevelinghoven als auch in der Innenstadt unterrichtet. Im kommenden Schuljahr werden an der RBS noch rund 340 Jugendliche lernen.

Praktisch sieht das so aus: Die RBS-Schüler bilden 13 Klassen, jeweils vier achte und neunte sowie fünf zehnte Kassen. Um sie kümmern sich 23 Lehrer. Die Jugendlichen werden nach dem "Lehrerraum-Prinzp" unterrichtet. "Das bedeutet: "Jeder Lehrer hat einen Klassenraum, die Schülern wechseln je nach Lehrer die Räume", erläutert Anita Piel. Zudem werden die Stunden wie Informatik, Kunst oder Naturwissenschaften in Fachräumen gegeben. Außerdem gibt es neben den 24 Klassezimmern und Fachräumen noch Räume für Schulleitung und Lehrerkollegium sowie die Verwaltung. "Zurzeit wird noch das gesamte Gebäude genutzt", so die Schulleiterin. Ob bei sinkender Schülerzahl auch einzelne Räume oder Gebäude-Teile still gelegt werden kann, müsse dann geprüft werden. Einen Vorteil sieht Holger Hohmeier, stellvertreter Schulleiter: "Der Pausenhof passt gut für unsere Schüler." Zudem sei die RBS jetzt immer noch größer als manche andere Schule.

Die Entscheidung für den Umzug wird laut Erstem Beigeordneten Michael Heech dann fallen, wenn "an der Realschule Bergheimer Straße lehrplangemäßer Unterricht nicht mehr möglich ist". Dies kann etwa der Fall sein, wenn es nicht mehr ausreichend Lehrer für einen differenzierten Unterricht gibt. Bereits jetzt pendeln einzelne Lehrer zwischen den beiden Realschul-Standorten - laut Schulleiterin Anita Piel sei dies auch mit organisatorischen Aufwand verbunden.

Mit dem Umzug wird es aber auch enger an der Wevelinghovener Realschule werden. Erster Beigeordneter Michael Heesch geht zurzeit davon aus, dass "wir mehr Platz brauchen als dort vorhanden ist". Für Lehrer und Schüler heißt das: Sie müssen sich darauf einstellen, in Containern zu unterrichten und zu lernen.

Bereits vor der Aufgabe der Realschule denkt die Verwaltung über die zukünftige Nutzung des Gebäudes nach. Michael Heesch betont, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Entscheidungen getroffen seien. Für klare Verhältnisse soll erst eine Machbarkeitsstudie sorgen: "Es macht keinen Sinn, wenn Entscheidungen getroffen werden, die später überhaupt nicht umzusetzen sind", betonte Heesch.

Eine mögliche Variante wäre der Umzug der Volkshochschule (VHS) mit Verwaltung und Unterrichtsräumen in das Schulgebäude. "Das bringt Vorteile für den Arbeitsablauf", ist Heesch überzeugt. Eine andere wäre die Unterbringung des Stadtarchivs, eine weitere der Umzug der katholischen Grundschule Stadtmitte, die zurzeit ein Gebäude ein der Graf-Kessel-Straße nutzt.

Quelle: NGZ
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