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Grevenbroich
Eltern wollen mehr Kita-Plätze am Wohnort

Grevenbroich: Eltern wollen mehr Kita-Plätze am Wohnort
Ein Thema am Stand: das Kita-Angebot und die Gebühren. FOTO: Georg Salzburg
Grevenbroich. "Wie familienfreundlich ist die Stadt?" lautete die Frage bei der Mobilen Redaktion. Vor allem am Kita- und Ogata-Angebot gab es viel Kritik. Von Daniela Buschkamp und Carsten Sommerfeld

Zu wenig Kita-Plätze, Wartelisten in der Ogata, keine Treffpunkte für Jugendliche - das waren die Themen, die Eltern im Kapellener Neubaugebiet beschäftigen. Am gut besuchten Stand der "Mobilen Redaktion" zum Thema "Familienfreundlichkeit" tauschten sie sich auch mit Paul Janus und Wolfgang Hufendiek von der Stadtverwaltung aus.

Leon Schulz war mit 22 Jahren einer der jüngsten Beschwerdeführer: "Wir wollen Basketball spielen, auch am Abend. Aber dazu fehlt ein Platz für den Basketballkorb." Michael Kühn (44) wies allgemein auf die Nachfrage nach Treffpunkten für Jugendliche hin. Giso Karel (42) ergänzte: "Im Bauabschnitt I und II wachsen viele Jugendliche im Alter von zehn bis zwölf Jahre heran, für die Freizeitmöglichkeiten fehlen."

Agnese Lahr, 32 Jahre alte Mutter von 18 Monate alten Zwillingen, die direkt neben der Kita wohnt, schilderte ihre vergebliche Suche nach einem Betreuungsplatz: "Es gab 180 Anmeldungen. Ich habe noch nicht mal eine Absage bekommen." Jetzt lässt sie ihre Kleinen von einer Tagesmutter betreuen, arbeiten kann sie daher nicht: "Ich muss ein Jahr länger zu Hause bleiben. So kann ich keinen Job finden." Michael Thoma (33) hatte zunächst einen Kita-Platz in Langwaden gefunden. "Ich bin morgens und nachmittags insgesamt 28 Kilometer gefahren. Zum Glück haben wir dann einen Platz in Kapellen bekommen", erzählte der zweifache Vater. "Wenn die Stadt ein so großes Neubaugebiet schafft, muss sie auch für die Infrastruktur sorgen. Die Eltern möchten einen Platz in Wohnortnähe", sagte Adda Dumröse (41) von der Elterninitiative gegen die zurzeit auf Eis gelegte Kita-Gebühr für Geschwister. "Die würde viele sehr treffen", betonte Heiko Ziemann: "Als Familie mit vier Kindern sollten wir weniger statt mehr als andere zahlen, denn wir leisten einen größeren gesellschaftlichen Beitrag", so Ziemann. "Die Kita-Gebühren sind hier deutlich höher als in Düsseldorf", berichtete Michelle Blauth (35), die mit ihrer Familie von dort hergezogen ist. "Ein Neubaugebiet mit vielen Familien, eine Schule in der Nähe - das hörte sich familienfreundlich an, aber die Realität sieht anders aus." Und Heiko Ziemann erklärt: "Ein zweites Mal würde ich nicht nach Grevenbroich ziehen."

Ina Röder beschrieb den Mangel an Ogata-Plätzen in Kapellen -- zurzeit stehen 17 Kinder auf der Warteliste. Sie hatte bereits Probleme, einen Betreuungsplatz zu finden. Was sie aufregt: "Die Stadt hat uns als Familien bewusst hierher gelockt - und dann nicht für die versprochene Infrastruktur gesorgt." Andere Eltern fragen sich, ob ihr Kind einen Platz in der Kapellener Schule bekommt. "Die Klassen sind voll, aber nicht überfüllt. Und es hat auf freiwilliger Basis funktioniert, dass einige ihr Kind nach Hemmerden schicken", erklärt Schulausschussvorsitzende Nadine Simsek (SPD). "Es ist schade, wenn Kinder nicht mit ihren Freunden zur Schule gehen können - und Eltern müssen mehr fahren", sagte dazu Lina Meister (35).

Quelle: NGZ
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