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Grevenbroich
Entdeckungsreisein die Literatur

Grevenbroich: Entdeckungsreisein die Literatur
Hannelore Schwahlen, Ulrich Vesper und Elfriede Wolff machen Lust aufs Lesen. Seit zehn Jahren besteht die literarische Runde. FOTO: V. von Dolega
Grevenbroich. Die "Leselust"-Runde in der Stadtbücherei wurde vor zehn Jahren von Ehrenamtlern gegründet. Von Valeska von Dolega

"Noch'n Gedicht..." avancierte längst zum geflügelten Wort. Nicht allein bei Heinz Erhardt. Ulrich Vesper beschließt mit diesen berühmten Worten das Programm der jeweiligen "Leselust"-Runde in der Stadtbücherei.

Ebenso wie Hannelore Schwahlen war er zunächst nur ganz normaler Besucher. "Nach einem Termin wurde ich zur Seite genommen und gefragt, ob ich mitmachen möchte", sagt Vesper. Er wollte - und komplettiert nun das von Elfriede Wolff vor inzwischen zehn Jahren gegründete Team. "Wir mögen Literatur", sagt das Trio übereinstimmend. "Anders als im stillen Kämmerlein gibt es hier einen Austausch über das Gelesene", nennt Schwahlen ein wichtiges Argument.

Wie die Autoren oder übergeordneten Themen auch hießen, grundsätzlich gilt es bei der "Leselust"-Reihe, hinter den literarischen Vorhang zu gucken, faszinierende Zumutungen zu schaffen, authentisch Ausgedachtes oder geistreiche Entzauberungen zu debattieren. "Je kontroverser, desto besser", sagt Elfriede Wolff. Wobei - anders als in fernsehbekannten Formaten - nicht das Recht haben und behalten eines Literaturpapstes das Ziel ist. "Leichtfüßig und nicht bloß streng literarisch" werden die verschiedenen Termine angegangen.

Gegründet parallel zum Förderverein der Stadtbücherei, hat sich das Organisationsteam der Leselust, zu dem auch Inge Queisser zählt, auf die Fahnen geschrieben, die Attraktivität des Bibliothekbestands zu zeigen. Neugierde soll geweckt werden, am gedruckten Wort und neuen Genres. "Es wäre ja nie schlimm, ein Buch in die Hände zu bekommen, das mal nicht gefällt. Da quäle ich mich nicht lange, sondern gebe es einfach wieder zurück", beschreiben die Frauen das Leseverhalten eines Büchereikartenbesitzers im Falle des Nichtgefallens. Das eben sei der gravierende Unterschied zur Buchhandlung, der Zugang zu den Weiten der litearischen Welt wird durch das Entrichten der Mitgliedschaft möglich.

Entscheiden sich die Leselustler für ein Sujet, gibt es bereits im Vorfeld eine Diskussion: "Wer wird wohl was aussuchen, das ist auch für uns immer überraschend", sagen die drei. Dann geht ein jeder für sich auf Recherchetour, geht im Geiste die Bücher durch, die er gelesen hat und von denen sich vielleicht eine interessante Brücke zum Hauptthema bauen lässt. "So versuchen wir auch, Lieblingsbücher einzubringen", sagt Ulrich Vesper.

Wenngleich der Leseabend dann dergestalt ist, dass es immer Vorrang hat, wenn Zuhörer eigene Textschnipsel oder Passagen vorstellen möchten. Abwechslung ist Trumpf, Monologe sind erlaubt, aber nicht, wenn sie ausufern. Geht es um Politisches, gab es in der Vergangenheit Momente, in denen ein erträgliches Maß verlassen wurde. "Wir reagieren dann immer sachlich", sagt Hannelore Schwahlen.

Die Ehrenamtler schätzen einander, ergänzen sich gegenseitig. "So macht es allen Spaß", sagt Wolff. Freude macht vor allem auch, weil das Format ein treues Publikum hat, "da gibt es einen harten Kern, der immer dabei ist" und Gespräche über prosaische Ideen ebenso liebt wie fein gereimte Gedichte.

Quelle: NGZ
 
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