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Grevenbroich
"Erasmus" unterstützt Schulen in Afrika

Grevenbroich: "Erasmus" unterstützt Schulen in Afrika
Schüler des Erasmus-Gymnasiums sammelten gestern Ranzen und Schulmaterialien. Sie unterstützen schon seit 2008 verschiedene Schulen in den afrikanischen Ländern Benin und Togo. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Beim Elternsprechtag haben Schüler Hefte, Stifte und Ranzen gesammelt. Die Sachen sollen gemeinsam mit Geld aus dem Kuchenverkauf an Schulen in zwei afrikanischen Staaten gesendet werden. Dort fehlt es Kindern oft am Nötigsten. Von Christian Kandzorra

Etwas mehr als zwölf Flugstunden und rund 7000 Kilometer von Grevenbroich entfernt gibt es Kinder, die gerne zur Schule gehen würden. Doch dafür fehlt vielen Familien das Geld. Besonders stark betroffen sind Kinder und Jugendliche in den westafrikanischen Ländern Benin und Togo.

"In Togo gehen etwa 60 Prozent der Kinder nicht zur Schule, weil sie das Schulgeld nicht bezahlen können", sagt die Deutsch- und Kunstlehrerin Kerstin Wichelhaus vom Erasmus-Gymnasium. Dabei könnten schon vergleichsweise geringe Beträge von umgerechnet gerade einmal 15 Euro einem Schüler helfen, in Togo beispielsweise die Gebühren für seine Abiturprüfung zu bezahlen.

Das Erasmus-Gymnasium unterstützt daher seit 2008 in beiden Ländern verschiedene Schulen auf unterschiedliche Weise. Ein Baustein: Die Sammlung von Schulranzen und Schulmaterialien wie Heften und Stiften beim Elternsprechtag, der gestern am "Erasmus" stattfand. Neun Stunden lang haben die rund 50 Sprecher der einzelnen Klassen und Jahrgangsstufen, die sich zur Schülervertretung zusammengeschlossen haben, die gespendeten Sachen im Schulfoyer entgegengenommen. Wenn die Sammlung auch etwas kleiner ausgefallen ist als sonst, sind wieder einige Ranzen, Papier, Blöcke, Stifte und Federmappen zusammengekommen.

Insbesondere die Eltern, die zum Elternsprechtag in die Schule kamen, haben einige Materialien mitgebracht - teilweise sogar bestückte Tornister. "Wir hatten die Sammelaktion im Vorfeld mit Hilfe von Elternbriefen angekündigt", erzählt Lehrerin Kerstin Wichelhaus, die das Projekt leitet und vor einigen Monaten zum ersten Mal an einer Rundreise der "Aktionsgemeinschaft Viersen West-Afrika" teilgenommen hat. Die Gemeinschaft mit Sitz in Viersen, wo Kerstin Wichelhaus wohnt, koordiniert die Hilfe vor Ort. "Wir haben seit drei Jahren Kontakt mit einem Gymnasium in Lomé, der Hauptstadt von Togo. Dort wird heute noch Deutsch unterrichtet. Die Schule unterstützen wir auch finanziell, zum Beispiel durch den Kuchenverkauf beim Elternsprechtag", sagt die Lehrerin.

Das Geld - rund 350 Euro - soll unter anderem für die Anschaffung neuer Lehrbücher, für das Schulgeld der Kinder und für das Gehalt von Lehrern eingesetzt werden. "Die Schüler und auch die Lehrer sind sehr dankbar. Sie haben mich sehr offen empfangen", berichtet Kerstin Wichelhaus, die zehn Tage lang vor Ort war. Ein großes Erfolgserlebnis: Mit den Spenden der Erasmus-Schüler, ihrer Eltern und der Lehrer konnte an einer Privatschule in Togo das Gehalt eines Lehrers (800 Euro pro Jahr) zwei Jahre lang finanziert werden. Inzwischen soll er sogar in den normalen Unterrichtsdienst übernommen worden sein.

"Wir wollen unser Projekt auf jeden Fall fortsetzen und planen auch Variationen", erzählt Wichelhaus, die gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen aus der Schülervertretung darüber nachdenkt, etwa einen "Togo-Tag" am Erasmus-Gymnasium ins Leben zu rufen. Dabei soll auch den Grevenbroicher Schülern verdeutlicht werden, dass es eben nicht selbstverständlich ist, zur Schule gehen zu können.

Quelle: NGZ
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