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Grevenbroich
Erftverband saniert historisches Wehr

Grevenbroich: Erftverband saniert historisches Wehr
Ein besonderes Kransystem wird zur Erneuerung der Hydraulik genutzt. FOTO: Erftverband
Grevenbroich. Seit zwei Wochen wird "Wehr 6" an der Schwarzen Brücke in Kapellen erneuert.

Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die untere Erft ausgebaut, um die tagebaubedingten Sümpfungswassereinleitungen immer sicher ableiten zu können. Regelmäßig werden diese Wehranlagen weiterhin auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft und im Bedarfsfall saniert. So wie jetzt Wehr Nummer 6. "Hierbei handelt es sich um das Ensemble an der Schwarzen Brücke in Kapellen", wie Diplom-Ingenieur Markus Volmer erklärt, der beim Erftverband für den Bereich Gewässer zuständig ist.

Seit etwa zwei Wochen werden anstehende Aufgaben von Mitarbeitern der zum Erftverband gehörenden Gewässermeisterei Münchrath vorgenommen. "Das Wehr 6 besteht aus zwei Elementen", berichtet der Ingenieur. Das sind ein historisches Schützentafelwehr, bestehend aus zwei senkrechten Stahltafeln, unter denen Wasser herströmt, sowie das sogenannte Klappenwehr. "Beide sind in die Jahre gekommen, deshalb wird zunächst der historische Teil erneuert", erläutert Volmer. Dazu werden neue Schütztafeln eingebaut und sowohl die Führungen als auch die handbetätigten Kurbelantriebe repariert. Anschließend stehen der Abriss und der Ersatz des alten Bediensteges sowie eine Betonsanierung an. "Das dauert noch etwa vier bis sechs Wochen", benennt Volmer einen ungefähren Zeitplan.

Sind diese Maßnahmen durchgeführt, steht die Schüttung einer sogenannten "Rauen Rampe" hinter dem Schütztafelwehr hinunter zum Neubrücker Umfluter an, ehe als nächstes mit dem Umbau der elektrohydraulischen Steuerung des Klappenwehres begonnen wird. Im kommenden Frühjahr/Sommer wird dann auch die Fischbauchklappe des Klappenwehres saniert. "Wir liegen bislang gut im Plan", sagt Volmer. Diese Arbeiten werden durchgeführt, um eventuelles Hochwasser abhalten zu können. "Die Wehre in der Erft sind in der Regel redundant ausgelegt, so das ein Hochwasser auch dann noch sicher abgeführt werden kann, wenn ein Wehrfeld aufgrund eines Defektes oder einer Reparatur ausfällt", beschreibt Markus Volmer gleich doppelte Vorsichtsmaßnahmen. Damit die Sicherheit auch künftig gewährleistet ist, wird an Wehr 6 zunächst das Schütztafelwehr saniert, damit es im Hochwasserfall geöffnet werden kann, bevor das Klappenwehr im kommenden Jahr vorübergehend aus Betrieb genommen wird. Über die "Schwarze Brücke" wird Hochwasser in den Neubrücker Umfluter geleitet, um die Ortslage Gilverath und die Neubrücker Mühle zu schützen. Allein die Instandsetzung des historischen Wehrs kostet etwa 50.000 Euro.

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