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Grevenbroich
Erftverband will nur noch eine Kläranlage in der Stadt

Grevenbroich. Die Kläranlage in Noithausen wird in den kommenden Jahren für den Erftverband eine deutlich größere Rolle spielen als heute. Der Verband will die Zahl seiner Kläranlagen auf die Hälfte reduzieren und insgesamt 19 Standorte aufgeben. Die erste Auswirkung für Grevenbroich: Nachdem der Verband eine rund sieben Kilometer lange Transportleitung von Noithausen nach Rommerskirchen-Villau errichtet hat, soll die kleine Kläranlage dort noch in diesem Jahr geschlossen werden. Das Abwasser wird künftig in Noithausen geklärt. Dabei bleibt es nicht - der weitere Zeitplan: Für die Jahre 2023 bis 2025 ist das Betriebsende auch für die Kläranlage in Wevelinghoven vorgesehen, für 2025 in Rommerskirchen-Anstel. Die Anlage in Noithausen wird dann auch deren Aufgaben mit übernehmen.

Grundlage für diese Zentralisierung ist der "Masterplan Abwasser 2025", den der Erftverband vor wenigen Jahren aufgestellt hat. "Wir haben überprüft, welche unserer rund 40 Anlagen weiterbetrieben werden sollen und wo es Sinn macht, Standorte aufzugeben", erläutert Heinrich Schäfer, Bereichsleiter Abwasser in Bergheim. Ergebnis war, dass vor allem kleinere Kärwerke geschlossen werden. Weiterbetrieben werden im 2000 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet laut Heinrich Schäfer vor allem größere Standorte, die wirtschaftlicher arbeiten würden. Der Erftverband reinigt insgesamt das Abwasser von rund 1,2 Millionen Menschen.

Zu den größeren Standorten gehört der in Noithausen mit einer Kapazität von 97.000 so genannten Einwohnerwerten. Bislang war diese Anlage lediglich zu 50 bis 60 Prozent ausgelastet. Nach Aufgabe der Anlagen in Villau, Anstel und Wevelinghoven wird die Auslastung in Noithausen auf rund 80 Prozent steigen. Eine Erneuerung der Technik dort ist derzeit nach Auskunft von Heinrich Schäfer in nächster Zeit nicht nötig. "Die Kläranlage ist auf modernem Stand."

Die Maschinentechnik in Wevelinghoven - die Kapazität dort liegt bei knapp einem Drittel der in Noithausen - müsste laut Schäfer in Zukunft dagegen ertüchtigt werden. Bevor die Anlage dort in etwa zehn Jahren stillgelegt und die Bauwerke zurückgebaut werden, muss der Verband erst eine rund drei Kilometer lange Leitung nach Noithausen verlegen.

(cso-)
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