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Grevenbroich
Erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser der Hauptschule

Grevenbroich. Die Stadt sucht nach den Ursachen des Schwermetallgehalts, der in der Hans-Sachs-Schule in Orken festgestellt wurde. Von Wiljo Piel

Warum erhöhte Bleigehalte im Trinkwasser der Hans-Sachs-Schule festgestellt wurden, ist zurzeit ein Rätsel. Denn die Stadt hat erst in den vergangenen Monaten das komplette Leitungssystem im Gebäudeteil 1 sanieren und auf den neuesten Stand bringen lassen. "Dort wurden Materialien wie Kunststoff und Edelstahl verbaut – aber keinesfalls Blei", sagt Dirk Schwarz, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement: "Woher die Werte kommen, ist nicht erklärbar."

Nachdem die Umbauarbeiten kurz vor dem Ende der Ferien abgeschlossen wurden, hat die Stadt die neuen Leitungen spülen lassen. Danach, am 3. September, wurden Trinkwasserproben zur Untersuchung an ein Labor in Wesseling gesandt – eine Routineangelegenheit. Völlig unerwartet sind allerdings die Ergebnisse, die seit Donnerstag im Rathaus vorliegen. Denn im Trinkwasser wurde ein erhöhter Bleigehalt festgestellt. Konkret: "Der zulässige Grenzwert von 0,025 Milligramm wurde mit maximal 0,046 Milligramm Blei pro Liter überschritten", sagt Rathaussprecher Andreas Sterken.

Aus Vorsorgegründen hat das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises den Schülern untersagt, das Wasser zu trinken. "Sollte es getrunken worden sein, ist dies unbedenklich. Denn eine Gesundheitsgefahr ist nur bei einem regelmäßigen, literweisen Genuss über einen Zeitraum von Monaten gegeben", betont Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Darüber wurden am Freitag auch die Eltern der Schüler schriftlich informiert.

Die Stadtverwaltung forscht jetzt nach den Ursachen des erhöhten Bleigehalts. "Es muss geklärt werden, ob die Werte durch den Hausanschluss – also die Zuleitung von der Straße bis zum Wasserzähler – oder durch die Hausinstallation – etwa durch Rohre oder Armaturen – hervorgerufen werden", betont Dezernent Claus Ropertz. Gleichzeitig wurden – auch im Gebäude 2 der neuen Gesamtschule – umfangreiche Trinkwasserproben gezogen, die nun untersucht werden. Mit den Ergebnissen rechnet Ropertz am kommenden Montag gegen 9 Uhr.

Dass die erhöhten Bleiwerte durch Armaturen (Wasserhähne) oder Nahtstellen an den Rohren (Muffen, Schellen) hervorgerufen wurden, hält Dr. Michael Dörr für möglich: "Wenn dort Wasser über einen längeren Zeitraum steht, ist es denkbar, dass Schwermetalle abgesondert werden. Das muss selbstverständlich abgestellt werden."

Quelle: NGZ
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