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Serie Innovative Firmen
Erlebnispädagogik als Geschäftsmodell

Grevenbroich. Thomas Sablotny und Jens Pauschert sind mit ihrer Firma Hoch 3 erfolgreich. Sie bieten Klassenfahrten, Kletterevents, Jugendherbergstouren und vor allem Erlebnispädagogik auch als Weiterbildung an. Und sie leiten den Jugendtreff b@mm. Von Gundhild Tillmanns

Jüchen Alles begann mit einer Klassenfahrt, die der Wahl-Jüchener Thomas Sablotny im Jahr 2004 für die Hauptschule Kaarst organisierte. Heute ist die Firma "Hoch3-Erlebnis- und Erziehungsmodule" auch überregional bekannt und fest im Sattel. Der 42-jährige Thomas Sablotny hat mittlerweile den 25-jährigen Jens Pauschert als zweiten Geschäftsführer mit im Boot.

Sablotny stammt aus Wanlo und zog wegen seiner Frau, die aus Otzenrath stammt, nach Jüchen, wo sich auch der Firmensitz befindet. Der Diplomsozialarbeiter hat eine neunjährige Tochter und einen sechsjährigen Sohn.

Jens Pauschert, gebürtig aus Oberhausen, wurde in Krefeld groß, studierte soziale Arbeit in Mönchengladbach und machte seinen Master in Erlebnispädagogik in Marburg. Hoch3 hat neben den beiden Geschäftsführern drei feste Mitarbeiter, zwei Minijobber und 90 Trainer auf Honorarbasis unter Vertrag. Mit sieben Partnern, wie Schloss Dyck, einer Jugendherberge in der Eifel oder einem Gästehaus im Hardter Wald in Mönchengladbach, arbeitet die Jüchener Firma inzwischen regelmäßig zusammen. Seit Jahresbeginn hat sie auch das Jugendcafé b@mm in Hochneukirch übernommen.

Mit dieser Expansion gehe nun auch eine Zweiteilung der Firma einher, wie Sablotny informiert. Der gemeinnützige Teil des Unternehmens werde weiterhin unter dem Namen Hoch3 firmieren. Die neue Firma mit dem Namen "Kobon" werde dann für die Kapitalerträge abgespalten. Zum gemeinnützigen Teil gehört laut Sablotny beispielsweise der Jugendtreff b@mm. "Das ist für uns auch noch ein Zugeschäft, wir werden im ersten Jahr mit dem b@mm keinen Gewinn machen", sagt Sablotny.

Den größten Aufschwung habe Hoch3 in den vergangenen eineinhalb Jahren genommen, seitdem die Jugendherberge in der Eifel dazu gekommen sei, berichtet Sablotny. Etwa 10.000 Teilnehmer verzeichne die Firma mittlerweile pro Jahr bei allen Angeboten: "Angefangen habe ich mit 32 Teilnehmern und ganz mühsamem Klinkenputzen", gibt Sablotny zu.

Mittlerweile bildet Hoch3 auch aus. Vom Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik anerkannte Weiterbildungen als Erlebnispädagoge und Trainerschulungen bieten Pauschert und Sablotny ebenfalls an: "Die Erlebnispädagogik ist ein neues Berufsbild, das aktuell in der Entstehung ist", berichtet Sablotny. Und da wolle Hoch3 eben mit dabei sein und das Firmenprofil schärfen. "Es gibt natürlich auch viel Wildwuchs, weil der Beruf Erlebnispädagoge noch nicht geschützt ist", beobachtet Sablotny.

Mit dem Wachstum der Firma ist für Sablotny allerdings auch die Tatsache verbunden, dass er nicht mehr dazu kommt, selbst noch Klassenfahrten oder erlebnispädagogische Angebote zu begleiten. "Alleine 90 Trainer und all' unsere Angebote zu koordinieren, ist eine Menge Arbeit", verdeutlicht er. Auch Jens Pauschert merkt bereits, dass ein Geschäftsführer andere Schwerpunkte hat, als ein Pädagoge im Außeneinsatz: "Ich habe mir aber vorgenommen, jedes Jahr an zehn bis 20 Tagen auch weiterhin Klassenfahrten zu begleiten", sagt der 25-Jährige. Und das Jahr 2016 sei ja noch jung.

Quelle: NGZ
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