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Grevenbroich
Erst Bufdi - und dann kommt die Uni

Grevenbroich: Erst Bufdi - und dann kommt die Uni
Der Einsatz als Bufdi macht Tom Dahmen und Emily Pilger nicht nur Spaß. Das Jahr dient als Orientierungsphase für den künftigen Berufsweg. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Emily Pilger und Tom Dahmen sind Abiturienten. Bevor sie sich für Ausbildung oder Studium entscheiden, absolvieren sie ein Bufdi-Jahr. Im freiwilligen Engagement wollen sie lernen und herausfinden, wohin die Karriere sie führen soll. Von Valeska von Dolega

Streng genommen sind sie in den unterschiedlichsten Sparten wichtige Unterstützer. Gibt es in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel in den sozialen Netzwerken etwas zu vermelden, übernehmen sie das gekonnt. Im Veranstaltungsmanagement sind sie diejenigen, die Events detailliert vor- und nachbereiten. Und ist das Spielmobil auf Tour, versuchen die beiden mit nicht nachlassender Energie, Kinder vor Ort zum mitmachen zu animieren. Seit Monatsbeginn sind Emily Pilger und Tom Dahmen (beide 18) als sogenannte Bufdis im Bundesfreiwilligendienst in Christian Abels' Team der Alten Feuerwache. Es ist für die beiden Jugendlichen der erste Einsatz als dauerhafte ehrenamtliche Mitarbeiter. "Gut finde ich, Verantwortung zu haben und eigenständig arbeiten zu dürfen", sagt Emily Pilger.

Ein "eigenes Büro zu haben und gefordert zu werden", gefällt auch ihrem Bufdi-Kollegen. Beide haben in diesem Sommer ihr Abitur am Pascal-Gymnasium bestanden, sind aber nicht aus Schulzeiten enger miteinander bekannt. Dass sie nun quasi gemeinsam ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, liegt an einer gemeinsamen Eigenschaft: Sie können sich bezüglich ihrer vor ihn liegenden Karrieren so allerlei vorstellen, haben aber "noch keine konkrete Idee, wie es wirklich weitergehen sollte. In viele Richtungen ist eine Zukunft vorstellbar", lautet unabhängig voneinander die derzeitige Standortbestimmung.

Zwischen einem Maschinenbau-Studium, etwas Wirtschaftlichem oder Pädagogik reicht Toms Interessenspektrum. Auch Emily, seit dem Besuch der Jahrgangsstufe 11 als Teamer im Jugendferienwerk tätig, hat verschiedene "Interessen rund um das Thema Soziales" - und weil sie keine Pause mit Nichtstun oder Rumreisen einlegen, sondern etwas Sinnstiftendes machen wollte, entschied sie sich für die Bufdi-Zeit. "Viele meiner Freunde machen das auch", sagt sie. Das Plazet der Eltern hat sie ebenfalls bekommen, "sie unterstützen mich". Sich diese Findungsphase in dem jungen Alter zu gönnen, sei in der Lebensbilanz immer positiv und nie ein verlorenes Jahr auf der Karriereleiter.

Klar gibt es auch Freunde, die die Zeit bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn jetzt mit "coolem Nichtstun" füllen, wie Tom sagt. "Die sind noch jeden Abend auf Achse", bei ihm reicht die Power nach Dienstschluss für Kinobesuche und Treffs mit Freunden - aber eben nicht allabendlich und "nicht mehr so lange wie früher. Ich höre oft von Leuten, sie hätten tagsüber Langeweile." Die hat Tom Dahmen nicht. Im Gegenteil.

"Mit Kids zu arbeiten macht Mega-Spaß", ihn nervt höchstens mal das schlechte Wetter bei den Freiluftveranstaltungen. "Bei allem Einsatz ist das, was ich mache, gut für die Selbstfindung. Und vor allem bekomme ich so Abstand zur Schulzeit", sagt Emily Pilger. Prognose von beiden: "Die Weichen für den späteren Werdegang lassen sich nach dem Bufdi-Jahr wesentlich leichter stellen."

Quelle: NGZ
 
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