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Grevenbroich
Erste Großtagespflege der Stadt gestoppt

Grevenbroich: Erste Großtagespflege der Stadt gestoppt
Birgit Schikora: "Zurzeit kein Bedarf für Großtagespflege. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die erste Großtagespflege in städtischen Räumen geht zum neuen Kita-Jahr nicht wie geplant an den Start. Laut Stadt reichen die übrigen U3-Angebote im Stadtgebiet aus. Der 150 000 Euro teure Umbau soll aber nicht umsonst sein. Von Carsten Sommerfeld

Eine Premiere in der Kinderbetreuung bei der Stadt wurde auf Eis gelegt: Eigentlich sollte die in Frimmersdorf geplante Großtagespflege - die erste in städtischen Räumen - im August an den Start gehen. Doch dazu kommt es nicht. "Wir haben zum Beginn des neuen Kindergarten-Jahres im August dafür keinen Bedarf", erklärt Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora. Ganz passé ist das Projekt aber nicht, vielleicht eröffnet die Großtagespflege, bei der mehrere Tagesmütter oder -väter bis zu neun Jungen und Mädchen betreuen, im kommenden Jahr.

Der Start verzögert sich nicht zum ersten Mal. Bereits im Januar sollte die "Mini-Kita", die insbesondere für Unter-Dreijährige vorgesehen ist, in Räumen der Tagesstätte "Kleine Strolche" eröffnen. Zum Hintergrund: Die Kita wurde ab 2014 für 880 000 Euro für mehr U3-Plätze umgebaut - dafür fielen aber eine ganze Reihe von Plätzen für Überdreijährige weg. Die Folge: Viele Frimmersdorfer hätten damals für ihr Kind keinen Platz bekommen, es in andere Orte bringen müssen.

Der Protest war so groß, dass die Stadt eine neue Lösung im Dorf fand: die Großtagespflege. Zum Gebäudekomplex der Tagesstätte gehörten zwei leer stehende, ehemalige Wohnungen, die für rund 150 000 Euro umgebaut wurden. "Wir haben einen Gruppen- und einen Nebenraum, eine Küche und einen Sanitärbereich mit Wickelbereich geschaffen", erläutert Gebäudemanagementleiter Dirk Schwarz.

Doch kurz vor dem Start war der Bedarf doch nicht so groß wie gedacht. Auch zum Beginn des neuen Kita-Jahres heißt es für den U3-Bereich: "Wir bekommen alle Kinder untergebracht", so Schikora. Konkret bedeute das, dass "für alle angemeldeten Kinder ein Platz in einer Kita oder Tagespflege im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden kann - oder dass Eltern auf eine Betreuung zunächst verzichten, weil sie keinen Platz in Wohnortnähe erhalten haben." Die Folge: Die Großtagespflege ist erneut nicht nötig. Die Stadt hatte den Betrieb durch Tageseltern ausgeschrieben, aber den Auftrag nicht vergeben.

Sind die 150 000 Euro für den Umbau nun umsonst investiert? "Nein", erklärt Schikora. "Die Versorgung mit U 3-Plätzen ist ,auf Kante genäht', alle anderen Räumlichkeiten dafür sind belegt. Die Räume in Frimmersdorf sind für uns eine willkommene Reserve, um bei Bedarf in Zukunft dort etwa eine Großtagespflege unterzubringen." Geprüft werden könnte auch, ob die Räume für eine halbe Kita-Gruppe genutzt werden können."

Zurzeit nutzt sie laut Stadt das Familienzentrum "Kleine Strolche" beispielsweise für Eltern-Gespräche und Kurse.

Quelle: NGZ
 
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